Die Weltmeere haben im Juni einen neuen Temperaturrekord erreicht. Nach Angaben des EU-Beobachtungsprogramms Copernicus Marine Service lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Ozeane im vergangenen Monat bei 20,98 Grad Celsius – so hoch wie nie zuvor in einem Juni. Der bisherige Rekord von 20,89 Grad stammte aus dem Juni 2024. Besonders gravierend ist die Lage im Mittelmeer. Nach Angaben eines spanischen Klima-Instituts erlebt die Region derzeit eine Hitzewelle. Die Wassertemperaturen liegen im Durchschnitt 5,2 Grad über dem bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 1982.
Weitere Temperaturrekorde wahrscheinlich
Als Ursache nennt Copernicus das Zusammenspiel der menschengemachten Erderwärmung mit dem Klimaphänomen El Niño. „Angesichts der aktuellen Meerestemperaturen und El Niño am Horizont dürften in den kommenden Monaten weitere Temperaturrekorde fallen„, erklärte Copernicus-Direktor Carlo Buontempo.
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das in der Regel alle zwei bis sieben Jahre auftritt. Es beginnt mit einer Abschwächung der Passatwinde über dem tropischen Pazifik und beeinflusst Wetter- und Klimamuster weltweit. Die jüngste El-Niño-Phase in den Jahren 2023/2024 trug bereits maßgeblich zum bisherigen Juni-Rekord bei.
Meerestemperaturen beeinflussen Klima und Wetter stark
Die Ozeane sind ein zentraler Puffer im Klimasystem: Sie nehmen den Großteil der überschüssigen Wärme auf, die durch den Ausstoß von Treibhausgasen entsteht. Steigende Meerestemperaturen haben jedoch weitreichende Folgen. Sie begünstigen heftigere Stürme und Starkregen, führen zu Korallenbleichen und tragen zum Anstieg des Meeresspiegels bei.
Mit Informationen von AFP

