Im Landkreis Aschaffenburg ist bei zwei in Haibach aufgefundenen Breitflügelfledermäusen Tollwut nachgewiesen worden. Es handelt sich laut Mitteilung des Landkreises um das Europäische Fledermaus Lyssavirus 1. Es sind demnach die ersten bekannten Fälle dieser Art im Landkreis und zugleich der zehnte und elfte Nachweis einer tollwut-positiven Fledermaus in Bayern. Der Landkreis betont: „Ein Grund zur Besorgnis besteht nicht.“
Die Behörden erinnern daran, dass Fledermäuse – wie alle Wildtiere – nicht mit bloßen Händen angefasst werden sollten, vor allem wenn sie tagsüber gefunden werden, auffälliges Verhalten zeigen oder nicht fliegen können. In solchen Fällen solle Abstand gehalten und der Kontakt mit Haustieren vermieden werden.
Bei Auffälligkeiten das Veterinäramt informieren
Fallen Fledermäuse durch neurologische Auffälligkeiten, Orientierungslosigkeit, Lähmungen oder aggressive Reaktionen auf nahe Gegenstände auf, sollten Fledermausberaterinnen und -berater oder das Veterinäramt informiert werden. Für den Landkreis Aschaffenburg sind Michael Lutz und Thomas Bormann als Fledermausberater zuständig.
Wer Fledermäuse in der Nähe der Wohnung hat, kann offene Fenster mit Fliegenschutzgittern sichern. Für Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Fledermäusen zu tun haben, wird eine Tollwut-Impfung empfohlen. Haustiere mit regelmäßiger Tollwut-Impfung gelten nach Auffassung der Ständigen Impfkommission für Veterinärmedizin als gut gegen das Europäische Fledermaus Lyssavirus 1 geschützt; der Impfschutz von Hunden und Katzen sollte kontrolliert und bei Bedarf aufgefrischt werden.
Unbehandelte Infektion verläuft oft tödlich – rechtzeitige Behandlung nötig
„Eine unbehandelte oder nicht rechtzeitig behandelte Infektion verläuft beim Menschen im Regelfall tödlich“, heißt es weiter. Zugleich wird betont: „Es besteht jedoch kein akuter Anlass zur Beunruhigung.“ Nach einem Biss oder sonstigem Hautkontakt könne eine Tollwuterkrankung durch eine postexpositionelle Prophylaxe (PEP) zuverlässig verhindert werden; diese solle möglichst umgehend beginnen.
Die Übertragung erfolgt über Speichelkontakt mit der Blutbahn, etwa durch Bisse oder Kratzer. Von Ausscheidungen wie Urin und Kot, von Fledermausquartieren sowie von umherfliegenden Tieren gehe kein Risiko aus. Fledermäuse sind als streng geschützte Insektenfresser auf die Unterstützung des Menschen angewiesen; bei Funden oder Beratungsbedarf verweist der Landkreis auf die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Aschaffenburg.

