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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Vom KI-Boom beflügelt: Siemens Energy wird zu Omterra
Wirtschaft

Vom KI-Boom beflügelt: Siemens Energy wird zu Omterra

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 5. August 2026 12:48
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Kaum ein deutsches Unternehmen profitiert so stark vom weltweit wachsenden Stromhunger wie Siemens Energy. Allein der Bauboom bei KI-Rechenzentren lässt den globalen Energiebedarf massiv steigen. Die Folge: Die Nachfrage nach Technologien, um Strom zu erzeugen und über entsprechende Netze zu verteilen, ist gewaltig. Das schlägt sich in den Geschäftszahlen von Siemens Energy mit immer neuen Rekorden nieder.

Inhaltsübersicht
Aus Siemens Energy wird OmterraKunstwörter im TrendAbnabelung zeigt Selbstbewusstsein und spart GeldUmbenennung mit vielen Details

So stieg im abgelaufenen Quartal der Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sprang sogar um knapp zwei Drittel nach oben auf 1,6 Milliarden, womit der Konzern die Erwartungen des Finanzmarktes deutlich übertraf. Und auch der Auftragseingang legte zu. Inzwischen steht bei Siemens Energy ein Auftragsbestand von 162 Milliarden Euro in den Büchern. Nun will das Unternehmen einen nächsten Schritt gehen und sich mit einem neuen Namen sichtbar von der früheren Mutter Siemens AG abnabeln.

Aus Siemens Energy wird Omterra

Noch in diesem Jahr will sich Siemens Energy in Omterra umbenennen. Während der bisherige Name auf Unternehmensgründer Werner von Siemens und eine Konzerngeschichte verweist, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, ist der neue Name ein Kunstwort. So soll die erste Silbe „Om“ auf den griechischen Buchstaben Omega verweisen, der auch als Zeichen für Ohm und damit elektrischen Widerstand üblich ist – was auf den deutschen Physiker Georg Simon Ohm zurückgeht. Und „Terra“ steht für die Erde.

Dem Namen nach dürfte die Firma also klarmachen wollen, dass sie sich mit Strom beschäftigt und weltweit vertreten ist. Siemens Energy selbst erklärt, man wolle eine eigenständige, international anschlussfähige Marke schaffen. Der neue Name steht demnach „für die globale Aufstellung des Unternehmens, seine technologische Kompetenz und den Anspruch, weltweit zu einer verlässlichen Energieversorgung beizutragen“.

Kunstwörter im Trend

Siemens Energy und seine Umbenennung in Omterra sind jüngstes Beispiel für einen Trend. In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Unternehmen Namen gegeben, die aus Kunstwörtern bestehen: Die Spanne reicht von weiteren ehemaligen Siemens-Töchtern wie Infineon und Healthineers über die Continental-Abspaltung Aumovio bis hin zu Vonovia oder dem Augsburger Maschinenbauer Everllence.

Einer der Gründe: Es ist nicht einfach, aus „normalen“ Wörtern oder Eigennamen Unternehmensnamen zu finden, die noch nicht als Marke existieren. Nach Angaben des Deutschen Patent- und Markenamtes in München (externer Link) sind hierzulande rund 900.000 Marken registriert, Tendenz steigend. Mit neu geschaffenen Kunstwörtern, für die es – extrem wichtig für Firmen – dann auch Webadressen für den Internetauftritt verfügbar sind, umgehen Unternehmen dieses Problem.

Abnabelung zeigt Selbstbewusstsein und spart Geld

Bei der Umbenennung von Siemens Energy spielen mehrere Faktoren eine Rolle. So strotzt das Unternehmen sechs Jahre nach der Ausgliederung aus der damaligen Mutter Siemens AG vor Selbstbewusstsein. Konzernchef Christian Bruch argumentiert, sein Unternehmen sei heute „strategisch, operativ und finanziell gut aufgestellt“. Der Name Siemens habe der Firma auf dem Weg in die Eigenständigkeit Türen geöffnet.

Inzwischen aber habe man das Vertrauen der Kunden und des Kapitalmarktes gewonnen. Siemens Energy sei also so stabil am Markt und auch an den Börsen etabliert, dass man künftig auch beim Markenauftritt auf eigenen Beinen stehen könne und nicht mehr auf das historische Erbe Siemens verweisen müsse.

Aber auch wirtschaftliche Erwägungen spielen eine Rolle. Bisher musste das Unternehmen zahlen, die Marke „Siemens“ in seinem Namen zu verwenden. Die Rede ist von zuletzt 300 Millionen Euro pro Jahr. Hier kann der Konzern also viel Geld sparen, sobald die Umbenennung in Omterra abgeschlossen ist.

Umbenennung mit vielen Details

Auf die Marken-Spezialisten des Konzerns kommt mit der Umbenennung einiges an Arbeit zu. Denn mit dem Namen ändert sich auch das Design des Unternehmens. Und das geht bis ins Detail. So müssen Websites und Social-Media-Auftritte neu gestaltet, Namensschilder an Fabrikgebäuden und anderen Niederlassungen ausgetauscht, und selbst Kleinigkeiten wie Kugelschreiber oder T-Shirts für die Belegschaft mit dem neuen Logo versehen werden. Das alles soll nach Schätzungen des Konzerns etwa eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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