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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > So will Bayern seine Kulturgüter im Katastrophenfall schützen
Kultur

So will Bayern seine Kulturgüter im Katastrophenfall schützen

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 4. August 2026 10:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Vor 13 Jahren gab es den Abrollbehälter noch nicht, auch wenn Laura Scherr ihn dringend gebraucht hätte. Scherr, Archivdirektorin im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, half damals bei der Bergung eines unterfränkischen Adelsarchivs, das Opfer eines Wasserschadens geworden war. Würde so etwas heute passieren, käme der neue Container zum Einsatz, der ab sofort im Staatsarchiv bereitsteht. Sieben Meter lang und vollgepackt mit Ausrüstung zur Rettung von Büchern, Akten und historischen Dokumenten. So ist im Ernstfall eine Soforthilfe vor Ort möglich, ohne dass die betroffenen Gegenstände noch umständlich transportiert werden müssen und womöglich weiter beschädigt werden.

Inhaltsübersicht
2021 entstand die Idee für die AbrollbehälterIm Ernstfall kommt Hilfe auch aus anderen Bundesländern

2021 entstand die Idee für die Abrollbehälter

Der Container gleicht im Inneren einer mobilen Werkstatt, eine Mischung aus einer Edelstahlküche und Chemielabor. Links Regale, Wasseranschlüsse und Arbeitsflächen, rechts weitere Tische zum Verpacken. Der Abrollbehälter ist eine Art Erste-Hilfe-Station für beschädigtes Kulturgut. Erst werde dokumentiert, was man geborgen habe, erklärt Scherr, dann gehe es weiter zur Reinigungsstation. Auch Gefriertrocknung sei eine Option, sagt die Archivarin. Das klingt ungewöhnlich, ist aber Standard, um wasserbeschädigtes Papier zu retten und Schimmel zu verhindern.

Die Idee für den Container entstand nach den Hochwasser-Katastrophen von 2021. Damals stellte der Bund Geld für eine bundesweite Notfall-Infrastruktur zum Schutz von Kulturgut bereit. Der Name „Abrollbehälter“ ist ein Hinweis darauf, wie die mobile Werkstatt transportiert wird. Große Lastfahrzeuge der Feuerwehr oder des THW sind dafür nötig. Ob sie im Interesse des Archivschutzes ausrücken, entscheidet der sogenannte Notfallverbund Bayern, die Schnittstelle zwischen Archiven, Bibliotheken und der Feuerwehr.

Im Ernstfall kommt Hilfe auch aus anderen Bundesländern

Er gehe davon aus, dass er in Zukunft öfter benötigt werde, sagt Wissenschaftsminister Markus Blume im Interview. Auch Naturkatastrophen würden schließlich häufiger. „Wir müssen uns auf Dinge vorbereiten, die wir gerne verdrängen: Großschadensereignisse“, so der Minister. Er weiß allerdings auch: Der Container allein rettet allerdings noch kein Kulturgut. Es braucht außerdem Fachleute, die wissen, wie mit den oft einzigartigen Objekten umzugehen ist. In großen Museen genauso wie in kleineren Archiven, denn, so Laura Scherr: „Wenn das Gemeindearchiv weg ist, dann ist das Gedächtnis der Gemeinde weg.“

Bayern verfügt inzwischen über zwei Spezialcontainer: die mobile Werkstatt und einen zweiten Container zum Kühlen und Einfrieren beschädigter Bestände. Bundesweit sollen insgesamt zehn solcher Einheiten entstehen. Sie sind als Netzwerk gedacht. „Wenn wir Bedarf haben, können wir die Kollegen aus den anderen Bundesländern zur Hilfe holen“, sagt Scherr. Beruhigend für die Archivdirektorin, auch wenn natürlich die Hoffnung bleibt, dass die Container möglichst selten gebraucht werden.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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