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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Gericht gibt GEMA-Klage gegen Musik-KI Suno weitgehend statt
Netzwelt

Gericht gibt GEMA-Klage gegen Musik-KI Suno weitgehend statt

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 31. Juli 2026 14:47
Von Benjamin Lehmann
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4 min. Lesezeit
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Das Landgericht München I hat im Rechtsstreit zwischen der Verwertungsgesellschaft GEMA und dem US-amerikanischen KI-Unternehmen Suno weitgehend zugunsten der GEMA entschieden. Nach der mündlichen Urteilsverkündung muss Suno die nicht genehmigte Vervielfältigung bestimmter geschützter Musikwerke unterlassen. Das Verbot betrifft demnach auch die Verwendung der Werke beim Training des von Suno betriebenen KI-Modells. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Inhaltsübersicht
Sechs Songs waren Kern der KlageGericht entscheidet gegen SunoZunehmend auch außergerichtliche Einigungen der Musikbranche mit KI-Firmen

Suno bietet einen Onlinedienst an, mit dem Nutzer auf Grundlage von Texteingaben vollständige Musikstücke erzeugen können. Das System generiert unter anderem Melodien, Harmonien, Arrangements, Liedtexte und Gesang.

Gegenstand des Verfahrens waren die sechs Kompositionen „Atemlos“, „Daddy Cool“, „Rasputin“, „Big in Japan“, „Forever Young“ und „Mambo No. 5“. Die GEMA nimmt für die Urheber und Musikverlage dieser Werke Nutzungsrechte wahr. Bei der Klage ging es weniger um die Rechte der Interpreten oder um die konkreten Originalaufnahmen, sondern um die urheberrechtlich geschützten musikalischen Werke.

Sechs Songs waren Kern der Klage

Die GEMA hatte Suno genutzt, um neue Versionen der genannten Titel zu erzeugen. Konkret gab sie dem Generator Originaltext, Titel und Stil der sechs Songs, jedoch keine Vorgaben zu Melodie, Harmonie und Arrangement. Die generierten Ergebenisse ähnelten den Originalen nach Ansicht der GEMA stark. Die Verwertungsgesellschaft wertete dies als Hinweis darauf, dass geschützte Bestandteile der Werke während des Trainings in das KI-Modell übernommen und dort in reproduzierbarer Form abgebildet worden seien.

Suno bestreitet, dass die Musikwerke im Modell gespeichert seien. KI-Modelle enthielten keine Kopien einzelner Lieder, sondern mathematische Parameter, die beim Training aus großen Datenmengen abgeleitet würden. Das Unternehmen verwies außerdem darauf, dass die konkreten Ausgaben durch Eingaben der Nutzer ausgelöst worden seien. Außerdem bestritt Suno die Zuständigkeit des deutschen Gerichts und berief sich auf die US-Doktrin des „fair use“. Diese erlaubt im amerikanischen Recht die Nutzung geschützter Werke für bestimmte Zwecke auch ohne Zustimmung des Rechteinhabers.

Gericht entscheidet gegen Suno

Das Gericht folgte der Position von Suno nicht. Nach den bisher veröffentlichten Angaben darf das Unternehmen die betroffenen Werke ohne Zustimmung der Rechteinhaber weder selbst vervielfältigen noch vervielfältigen lassen. Suno wurde zudem verpflichtet, Auskunft über Einnahmen im Zusammenhang mit den festgestellten Rechtsverletzungen zu erteilen. Das Unternehmen muss außerdem Schadensersatz zahlen. Über dessen Höhe wurde noch nicht entschieden.

Beobachter sehen in dem Urteil Signalwirkung: „Kein KI-Musikanbieter in Europa kann dieses Urteil ignorieren. Die Botschaft ist klar: Wer mit menschlicher Kreativität Geld verdient, muss die Menschen dahinter auch bezahlen.“ schreibt etwa der Rechtsanwalt Christian Solmecke in seinem Newsletter.

Zunehmend auch außergerichtliche Einigungen der Musikbranche mit KI-Firmen

Die wirtschaftliche Kulisse hat sich während des Verfahrens indes verschoben. Warner Music legte den eigenen Rechtsstreit mit Suno im November 2025 bei und schloss einen Lizenzvertrag; die aktuellen Modelle sollen 2026 durch lizenzierte ersetzt werden. Universal und Sony prozessieren dagegen weiter, Gespräche mit Suno gelten als blockiert. Für Rechteinhaber weltweit ist das Münchner Urteil damit vor allem Verhandlungsmasse.

Suno kann gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung einlegen. Eine abschließende Klärung der urheberrechtlichen Voraussetzungen für das Training generativer Musikmodelle ist mit der Entscheidung daher noch nicht verbunden.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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