Die Luft über dem Asphalt, Plätze und Fassaden speichern die Wärme wie ein aufgeheizter Ofen. Wer dieser Tage durch München läuft, merkt schnell: Ein paar Schritte können den Unterschied machen zwischen unerträglicher Hitze und einem Ort, an dem man gerne stehen bleibt.
Im Stadtteil Westend richtet Marion Eder vom Verein Green City eine Wärmebildkamera auf Hauswände, Pflasterflächen und Pflanzen. Auf dem Display wird sichtbar, was auch ohne Messgerät offensichtlich ist: Wo Grün wächst, sinken die Temperaturen deutlich.
Mehr Grün gegen die Hitze
Bei einer Exkursion durch begrünte Innenhöfe im Westend zeigen Eder und Landschaftsarchitekt Wolfgang Heidenreich, wie groß die Unterschiede sein können. Auf einem Innenhofpflaster misst Heidenreich mehr als 40 Grad Oberflächentemperatur. Wenige Meter weiter, auf einer begrünten Fläche, liegen die Werte deutlich niedriger.
„Die größte Kühlleistung haben einfach Bäume“, sagt Heidenreich. Über ihre Blätter verdunsten sie Wasser und schaffen ein eigenes Mikroklima. Wo kein Platz für Bäume ist, könnten begrünte Fassaden helfen. Sie verhindern, dass sich Hauswände stark aufheizen und die Wärme bis in die Nacht abstrahlen.

