Bereits vor 27 Jahren, am 11. August 1999, schauten die Menschen überall in Deutschland mit Kartonbrillen auf den Nasen in den Himmel, um die erste totale Sonnenfinsternis seit Jahrzehnten zu bestaunen. Möglich gemacht hatte das ein Mann aus Würzburg, der damalige Waldorf-Lehrer Klaus Hünig.
Rund 17 Millionen verkaufte Brillen im Jahr 1999
Hünig entwickelte die kostengünstige Schutzbrille bereits im Jahr 1996 anlässlich einer partiellen Sonnenfinsternis für seine Schülerinnen und Schüler. „Die allererste ist direkt aus einer Unterrichtssituation entstanden. Und dann habe ich mir mein erstes großes Modell gebaut und daraus ist diese ganze große Geschichte entstanden“, erzählt der Hobby-Astronom.
Zur totalen Sonnenfinsternis 1999 stand Klaus Hünig dann quasi parat mit seinen Brillen. Und es gab einen regelrechten Hype darum. Rund 17 Millionen Modelle sollen verkauft worden sein.
Da laut der „Mainpost“ (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) Hünig damals kein Patent, sondern lediglich einen Gebrauchsmusterschutz anmeldete, wurde das Prinzip der Pappbrille mit Filterfolie später weltweit von zahlreichen Herstellern kopiert.
Erst Lehrer und Erfinder, jetzt Youtuber
Heute ist Klaus Hünig 80 Jahre alt und erklärt Astro-Phänomene auf YouTube. „Für sein lebenslanges Engagement für eine innovative und praxisorientierte astronomische Bildung“ erhält er im September 2026 den Hans-Ludwig-Neumann-Preis.
Bereits in den 1980er-Jahren habe er neben seiner Arbeit als Lehrer Lehrmodelle und Bausätze entwickelt, mit denen Schülerinnen und Schüler astronomische Phänomene durch eigenes Experimentieren unmittelbar erfahren konnten, heißt es dazu von der Astronomischen Gesellschaft. Seine Unterrichtsmaterialien werden demnach bis heute an Schulen im gesamten deutschsprachigen Raum eingesetzt.

