Geschäftsleute freuen sich über „Film-Touristen“
Am Marktplatz von Frontenhauen freuen sich die Geschäftsleute über die Filmtouristen, die teils mit Leberkässemmeln und Handy „bewaffnet“ unterwegs sind. In dem kleinen Laden „Schmuck-Kasterl“ treffen wir Nicole Labermeier, die hier handgemachten Schmuck, Accessoires und Dirndl verkauft: „Also ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich profitiere nicht vom Eberhofer-Tourismus“, sagt die Geschäftsfrau. Gut ein Drittel der Kunden seien inzwischen Filmtouristen, schätzt sie. Es sei wieder viel mehr Leben im Ort. Nicole Labermeier hat selbst Blut geleckt an der Film-Szene und ist nicht nur in einigen Eberhofer Filmen als Komparsin und Laiendarstellerin zu sehen, sondern inzwischen auch in anderen Filmproduktionen wie Tatort, Aktenzeichen XY und oder den Rosenheim Cops.
Frontenhausen in Wirklichkeit gar nicht so „greislich“
Während des Interviews im Laden zieht draußen auf dem Marktplatz gerade eine große geführte Busreisegruppe mit Filmtouristen vorbei auf den Spuren der Dorfpolizisten Franz Eberhofer. Die Teilnehmer wundern sich, wie schön Frontenhausen in echt eigentlich ist. Denn für die Filme musste sich der Ort von Anfang an abschminken und hässlich machen, sagt der frühere langjährige Bürgermeister Franz Gassner, der heute wieder mal Eberhofer-Touristen durch den Ort führt: „Wir mussten für die Dreharbeiten die Geranien vom Rathaus wegnehmen, wir mussten die schönen Rattan-Möbel auf dem Vorplatz durch Plastikmöbel ersetzen immer, der Ort musste sich für die Dreharbeiten immer hässlich machen.“
Der frühere Bürgermeister kann darüber nur schmunzeln und freut sich, dass Frontenhausen als Filmkulisse so bekannt geworden ist. Das geht sogar so weit, dass wer „Niederkaltenkirchen“ in manche Navigationsdienste eingibt ganz automatisch nach Frontenhausen geleitet wird.

