Neue Vorgaben für Facebook und Instagram
In der jetzigen zweiten Phase des Verfahrens hatte die Generalstaatsanwaltschaft grundlegende Änderungen bei Meta gefordert. Dazu gehörten Einschränkungen süchtig machender Funktionen, bessere Alterskontrollen sowie Maßnahmen gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern.
Das Gericht verpflichtete Meta dementsprechend, auf Facebook und Instagram süchtig machende Funktionen einzuschränken, regelmäßig sollen Hinweise zu Schutzfunktionen, empfohlenen Einstellungen und Meldemöglichkeiten für unangemessene Kommentare eingeblendet werden, Kontakte zwischen Erwachsenen und Minderjährigen müssen strenger kontrolliert werden.
Eine verpflichtende Altersüberprüfung für Kinder unter 13 Jahren untersagte das Gericht hingegen wegen bundesweiter Datenschutzregeln. Die Umsetzung der Maßnahmen sowie eine Aufklärungskampagne in New Mexico sollen vom Bundesstaat überprüft werden.
Meta kündigt Berufung an
Insgesamt belaufen sich die Strafzahlungen für Meta in dem Verfahren damit auf 942 Millionen Dollar. Das entspricht nur einem kleinen Teil des Jahresgewinns des Konzerns, der 2025 bei rund 60 Milliarden Dollar lag. Anleger reagierten im nachbörslichen Handel denn auch kaum auf die Entscheidung, die Meta-Aktie gab um weniger als ein halbes Prozent nach.
Trotzdem ist das Urteil ein weiterer Rückschlag für Meta. Der Konzern sieht sich mit Klagen von Familien konfrontiert, die ihre Kinder durch soziale Medien geschädigt sehen. Der Generalstaatsanwalt sagte, das Urteil sende eine klare Botschaft: Unternehmen müssten zur Verantwortung gezogen werden, wenn ihre Produkte Kinder wissentlich Risiken aussetzten.
Meta kündigte Berufung gegen das Urteil an. „Wir arbeiten hart daran, Menschen auf unseren Plattformen zu schützen, und haben die Herausforderungen beim Erkennen und Entfernen schädlicher Inhalte und missbräuchlicher Nutzer transparent gemacht“, erklärte das Unternehmen. Meta sei weiterhin überzeugt, Jugendliche online ausreichend zu schützen, Sachverhalte seien vor Gericht falsch dargestellt worden.
Weitere Verfahren gegen Meta
Meta bereitet sich unterdessen auf einen weiteren Prozess in Kalifornien vor. Ende des Monats soll vor einem Bundesgericht in Oakland ein Verfahren beginnen, in dem sich der Konzern den Klagen von vier US-Bundesstaaten stellen muss. Diese werfen Meta vor, mit bewusst suchtfördernden Funktionen auf Instagram und Facebook die psychische Gesundheit junger Menschen zu gefährden.
Acht Bundesstaaten haben zudem eigene Verfahren eingeleitet. Zudem verklagten Familien von vier Jugendlichen, die durch Suizid starben, Meta und andere Social-Media-Plattformen wie TikTok und YouTube. Sie machen jahrelange schädliche Auswirkungen der Plattformnutzung für den Tod ihrer Kinder verantwortlich.
Mit Informationen von Reuters und AP

