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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Goldpreis steigt stetig – bald wieder Rekordhoch in Sicht?
Wirtschaft

Goldpreis steigt stetig – bald wieder Rekordhoch in Sicht?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 12. August 2026 10:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Drei Jahre lang kannte der Goldpreis vor allem eine Richtung: nach oben. Anfang des Jahres endete der Höhenflug jedoch abrupt. Nach dem Rekordhoch von knapp 5.600 US-Dollar je Feinunze verlor das Edelmetall rund ein Viertel seines Wertes. Seit Juli hat sich der Preis stabilisiert und bewegt sich in einer relativ engen Spanne oberhalb von 4.000 Dollar. Seit etwa einer Woche hat sich Gold wieder deutlich erholt. Am 5. August lag der Goldpreis noch ungefähr bei 4.200–4.300 US-Dollar je Feinunze. Seitdem steigt Gold weiter. Stand 12.08.2026 liegt der Goldpreis bei 4387,03 Dollar je Feinunze.

Inhaltsübersicht
Warum ist der Goldpreis so stark gefallen?Ist Gold weiterhin als Anlage gefragt?Wie belastet der hohe Goldpreis die Schmucknachfrage?Kaufen die Notenbanken weiter Gold?Kann Gold wieder ein Rekordhoch erreichen?

Warum ist der Goldpreis so stark gefallen?

Ein Grund ist die gestiegene Attraktivität anderer Anlagen. Festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen sind wegen der Aussicht auf höhere Zinsen gefragter. Hohe Energiepreise infolge des Iran-Krieges haben die Inflationserwartungen steigen lassen und damit den Druck auf die Notenbanken erhöht, die Zinsen anzuheben. Gold wirft dagegen weder Zinsen noch Dividenden ab und verliert in einem solchen Umfeld an Attraktivität.

Zudem nutzten viele Anleger das Rekordhoch für Gewinnmitnahmen. Wer Anfang 2025 in Gold investiert hatte, konnte seinen Einsatz bis zum Höchststand mehr als verdoppeln. Viele Investoren machten Kasse und warten nun auf günstigere Einstiegskurse.

Ist Gold weiterhin als Anlage gefragt?

Experten empfehlen Gold meist nur als Beimischung von bis zu zehn Prozent im Gesamtportfolio. Das Edelmetall zahlt zwar keine Zinsen oder Dividenden, kann aber in Krisenzeiten an Wert gewinnen und dadurch Verluste bei anderen Anlagen ausgleichen.

Professionelle Anleger warten derzeit vielfach auf eine neue Aufwärtsbewegung. Das zeigt sich auch bei goldgedeckten ETFs: Nach dem Preisrückgang im Frühjahr verzeichnete der Branchenverband World Gold Council (WGC) im zweiten Quartal Abflüsse von 45 Tonnen. Bei Münzen und Barren blieb die Nachfrage dagegen vergleichsweise stabil. Sie ging im zweiten Quartal lediglich um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

Wie belastet der hohe Goldpreis die Schmucknachfrage?

Für Schmuckkäufer ist Gold inzwischen schlicht zu teuer. Laut WGC brach die Nachfrage im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 17 Prozent ein. Besonders deutlich war der Rückgang in China und Indien, aber auch in Europa wurde weniger Goldschmuck gekauft. Den stärksten Rückgang verzeichnete der WGC in Italien.

Kaufen die Notenbanken weiter Gold?

Die Zentralbanken zählen seit Jahren zu den wichtigsten Goldkäufern. Vor allem China baut seine Goldreserven aus, um unabhängiger von Dollar-Reserven zu werden. Im zweiten Quartal stockte Polen seine Goldreserven um 51 Tonnen auf 632 Tonnen auf. China kaufte weitere 33 Tonnen und verfügt nun über 2.346 Tonnen. Russland dagegen verkaufte 22 Tonnen und war damit der größte Verkäufer unter den Notenbanken.

Kann Gold wieder ein Rekordhoch erreichen?

Der Preisrückgang bedeutet nicht, dass Gold als Krisenwährung an Bedeutung verloren hat. Eine erneute Verschärfung der geopolitischen Lage, etwa im Nahen Osten, könnte die Nachfrage nach dem Edelmetall wieder deutlich ankurbeln. Experten der DekaBank sehen Preise knapp über 4.000 Dollar zunehmend als attraktives Einstiegsniveau. Goldman Sachs ist optimistisch und prognostiziert für Dezember 4.900 Dollar pro Feinunze.

Zusätzlichen Rückenwind könnte die wachsende Sorge über die hohen Staatsschulden wichtiger Volkswirtschaften liefern. In China ist die Verschuldung stark gestiegen, während in den USA ein erheblicher Teil der Steuereinnahmen inzwischen für den Schuldendienst aufgewendet wird. Die Sorge vor einer möglichen Finanzkrise könnte damit auch künftig für eine hohe Nachfrage nach Gold sorgen.

Mit Informationen von dpa und Reuters

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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