Trauer um Michael Mendl: Der Schauspieler ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er sei „friedlich eingeschlafen“, teilte seine Agentin mit. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Mendl spielte viele Jahre Theater. Seinen Durchbruch im Fernsehen hatte er als „Koslowski“ in der Krimireihe „Tatort“. Der Schauspieler wirkte in mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen mit, zum Beispiel in Kinofilmen wie „Der Untergang“ und „Barfuss“. Er war auch in TV-Filmen von ARD und ZDF und in der Netflix-Serie „Dark“ zu sehen.
Goldene Kamera für seine Rolle als Willy Brandt
Historische Figuren spielte er öfter. Für seine Rolle als ehemaliger Kanzler Willy Brandt im Film „Im Schatten der Macht“ gewann er 2004 eine Goldene Kamera. Im Dokudrama „Karol Wojtyla“ spielte er Papst Johannes Paul II. und im Drama „Die Gustloff“ einen Kapitän. Für seine Rolle als Gefängnisinsasse in dem Film „14 Tage lebenslänglich“ bekam er 1998 den Bayerischen Filmpreis.
Von der Theaterbühne zum Film
Geboren wurde er 1944 im westfälischen Lünen als uneheliches Kind eines katholischen Priesters. Anfangs wuchs er im Ruhrgebiet auf. Später studierte Mendl kurz in Wien, dann ging er an die Folkwangschule in Essen.
Erst spät kam er zum Film. Da habe er wahnsinnig Glück gehabt, sagte Mendl der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview im Jahr 2019. In Fernsehfilmen spielte er durchaus den TV-Charmeur. Aber Mendl fand, er sei kein strahlender Liebhaberheld. „Sondern ich bin ein Charakterheld. Ich spiele die schweren, auch die bösen Rollen.“
Mendl lebte längere Zeit in München, später zog er nach Berlin. In der Netflix-Serie „Dark“, die viele Fans hatte, spielte er den ehemaligen Chef eines Kernkraftwerks. Man sah ihn auch in vielen Krimis und TV-Reihen mit Gastauftritten. Außerdem wirkte er in Hörspielen mit und arbeitete als Synchronsprecher. Der Schauspieler war Berichten zufolge mehrmals an Krebs erkrankt.
Mit Informationen von dpa und AFP

