Personal- und Aufbaukosten treiben den Maßpreis
Wie kommt der Maßpreis zustande? Zusammengefasst: das Bier selbst, das Personal und der besondere Ort: „Ein großer Faktor sind die Kosten für den Auf- und Abbau des Zelts. Die ganze Logistik dahinter, die Lagerung, das bewegt sich im Rahmen von 1,8 bis 2 Millionen Euro je nach Größe des Zeltes“, sagt Peter Inselkammer, der Betreiber des Armbrustschützenzelts und Sprecher der Wiesnwirte. „Auch die Personalkosten sind für uns ein großer Kostenblock, also das Schankpersonal, die Köche, die Musiker und auch unsere Ordner. Wir hatten bis zu 25 Prozent höhere Lohnkosten in den drei Jahren nach Corona.“ Neun Prozent jeder Maß stehen den Bedienungen zu, die das Bier an den Tisch bringen. Darüber hinaus fallen viele kleinere Dinge an, etwa GEMA-Gebühren, Marketing oder die Reinigung im Zelt.
Staat und Stadt erhalten ebenso einen Teil des Preises, etwa die 19 Prozent Mehrwertsteuer und die – laut Inselkammer – „knapp 8 Prozent Umsatzpacht“ für die Stadt. Damit finanziert sie die Infrastruktur der Wiesn. „Bei allen Kosten soll etwas übrigbleiben. Wie bei jedem Unternehmen macht es ja nur dann Sinn“, betont Inselkammer und fügt hinzu, dass auf die Erlöse noch zahlreiche Steuern gezahlt würden, etwa Gewerbe- und Einkommenssteuer.
Stadt prüft Wiesn-Bierpreis jährlich
Als Veranstalterin will die Stadt München für einen angemessenen Preis sorgen. Dazu vergleicht sie den Preis im Festzelt mit den Preisen für einen Liter Exportbier in der Großgastronomie der Innenstadt. Denn dort fallen vergleichbare Kosten an, die im Einzelhandel keine Rolle spielen, etwa Bedienungskosten. Das Ergebnis der Stadt: Die Preise sind angemessen. „Es sind keine Fälle bekannt, in denen der gemeldete Bierpreis nicht durchgegangen ist“, sagte die Oktoberfest-Pressestelle.
Trotz der regelmäßig steigenden Preise scheint die Nachfrage nicht abzureißen. 2025 kamen rund 6,5 Millionen Besucherinnen und Besucher auf die Wiesn, verkauft wurden ungefähr ebenso viele Maß Bier. Für Ökonom Michels ist die hohe Nachfrage ein Hinweis darauf, dass viele Gäste den Preis weiterhin akzeptieren: „Es gibt zumindest in den letzten Jahren keine Indizien dafür, dass da eine riesige Abzocke stattfindet.“

