Im Rahmen des Bayerischen Buchpreises ist das Buch „Dear Britain“ der Autorin und langjährigen ARD-Korrespondentin Annette Dittert mit dem Bayern 2-Publikumspreis ausgezeichnet worden. Die Hörerinnen und Hörer von Bayern 2 wählten das Buch aus fünf Titeln zu ihrem Lieblingsbuch 2026.
Bestandsaufnahme zehn Jahre nach dem Brexit
In „Dear Britain“ unternimmt Annette Dittert eine Bestandsaufnahme Großbritanniens zehn Jahre nach dem Brexit. Sie trifft auf eine polarisierte Gesellschaft mit enormen Unterschieden zwischen Arm und Reich, mit auseinanderstrebenden Identitäten von Engländern, Schotten und Walisern, mit viel Gemeinschaftsgeist einerseits und genauso viel Eigensinn andernorts. In dem Buch trifft man auf Schatzsucherinnen am Grund der Themse, Frauen, die sich auch von Abwasser am Strand nicht vom Schwimmen abhalten lassen, Gärtner, Lords, einen ehemaligen Gangster und viele andere. So unterhaltsam „Dear Britain“ erzählt ist, so politisch ist es.
Mit dem Bayern 2-Publikumspreis und der kontinuierlichen Berichterstattung über Bücher, über Autorinnen und Autoren wolle der BR „literarische Vielfalt in und außerhalb Bayerns für ein breites Publikum erlebbar“ machen, ließ BR-Intendantin Katja Wildermuth im Vorfeld mitteilen.
Nominiert für den Bayern 2-Publikumspreis waren fünf Bestseller in den bayerischen Buchhandlungen in diesem Jahr. Neben „Dear Britain“ standen zur Auswahl: „Lázár“ von Nelio Biedermann, „Nein sagen“ von Matthias Brandt, „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner, „Pina fällt aus“ von Vera Zischke.
Ehrenpreis für Stefan Aust
Schon bekannt war, dass der Journalist und Autor Stefan Aust mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Buchpreises ausgezeichnet wird. Mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten würdigt der Freistaat Bayern zum dreizehnten Mal ein herausragendes publizistisches Gesamtwerk. Aust zähle zu den Autoren, „die mit ihren Büchern den öffentlichen Blick auf die Zeitgeschichte geprägt haben“, ließ Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im August mitteilen. „Ob Terrorismus oder Weltpolitik: Aust dringt mit unverwechselbarer Handschrift zu zentralen Themen unserer Zeit vor und beschreibt Entwicklungen im Gesamtzusammenhang. Damit regt er Generationen zum Nachdenken an.“
In seiner Laudatio bei der Preisverleihung würdigte Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, in Vertretung von Ministerpräsident Markus Söder Aust als Journalisten und Autor „mit messerscharfem Verstand“ und einem „außergewöhnlichen Gespür für entscheidende Momente der Geschichte“.
Für den Bayerischen Buchpreis 2026 sind insgesamt sechs Neuerscheinungen in den Kategorien Sachbuch und Belletristik nominiert worden. Im Bereich Sachbuch stehen die Werke „Die Welt verändern“ von Andreas Dorschel, „Die Abschottung der Welt“ von Susanne Heim sowie „Tierwelt am Limit“ von Norbert Sachser und Niklas Kästner im Finale. In der Sparte Belletristik konkurrieren die Romane „Die Lücken“ von Shida Bazyar, „Licht nach oben“ von Susan Kreller und „Glaszeit“ von Leh-Wei Liao um die Auszeichnung.
Über die Siegertitel berät derzeit eine dreiköpfige Jury öffentlich auf der Bühne. Dem Gremium gehören Maja Beckers von der „Zeit“, Andreas Platthaus von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, sowie Marie Schoeß vom Bayerischen Rundfunk (BR) an. Die Gewinner in den beiden Kategorien erhalten jeweils 10.000 Euro sowie eine Porzellanfigur aus Nymphenburg.

