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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Metallbranche Bayern: Tarifrunde startet mit großen Differenzen
Wirtschaft

Metallbranche Bayern: Tarifrunde startet mit großen Differenzen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 11. September 2024 06:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Nach Umfragen unter den Mitgliedern hat sich die IG Metall im Juli bereits auf ein Paket festgelegt, dass sie ab heute auch in Bayern auf den Verhandlungstisch legt. Sieben Prozent höhere Einkommen und für Auszubildende 170 Euro mehr im Monat. Das wären bis zu 15 Prozent je nach Lehrjahr. Die Auszubildenden bekämen die höheren Preise und Mieten vor allem zu spüren – so die Begründung. Außerdem soll es so etwas wie eine soziale Komponente geben, die unteren Einkommensgruppen zugutekommt.

Inhaltsübersicht
IG Metall Bayern hält Lohnplus von 7 Prozent für vertretbarMetall-Arbeitgeber sehen Standort Bayern in GefahrIG Metall bereitet schon Warnstreiks in Bayern vor.

Reden will die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern auch über den sogenannten T-Zug. Das ist eine Zulage, die in freie Tage umgewandelt werden kann – bisher aber nur für Vollzeitkräfte in Schicht, Pflegende und Eltern. Den Kreis will die IG Metall ausweiten. Ansonsten werden Arbeitszeiten oder gar eine Vier-Tage-Woche keine Rolle spielen – in dieser Tarifrunde, fügt Bayerns IG Metallchef Horst Ott hinzu.

IG Metall Bayern hält Lohnplus von 7 Prozent für vertretbar

Dass die 7 Prozent gerade nicht in die konjunkturelle Landschaft passen, findet er nicht. Die Erwartungshaltung der Beschäftigten sei laut Umfragen in der Mitgliedschaft höher. Ott hat dabei die nach wie vor hohen Lebenshaltungskosten im Blick.

„Die 7 Prozent sind zahlbar. Unsere Löhne sind ein stabiler Faktor für die Wirtschaft“. Die IG Metall hat sich zum Ziel gesetzt, in der Tarifrunde den schwachen Konsum und so den Konjunkturmotor anzukurbeln.

Metall-Arbeitgeber sehen Standort Bayern in Gefahr

Dass die Wirtschaft dringend gestärkt werden muss, ist unumstritten zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. Doch für den Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) passt eine Forderung von 7 Prozent nicht in die Landschaft. Immer mehr Firmen bekämen keine neuen Aufträge herein, die Produktion wird teils zurückgefahren, Investitionen auch und manch ein Betrieb droht den Standort ins Ausland zu verlagern. Große Unternehmen wie ZF und Bosch machen mit Stellenabbau von sich reden.

In Bayern sind viele vom Geschäft mit Automobilen abhängig und das läuft gerade nicht rund. Trotzdem soll es für die rund 870.000 Beschäftigten der Branche im Freistaat ein Lohnplus geben – bekräftigt der Hauptgeschäftsführer der Metallarbeitgeber, Bertram Brossardt. „Wir haben nie die Nullrunde gefordert als Bayern. Ich fordere aber die IG Metall auf, sich einfach ein Stück runterzuschrauben.“ Die Lohnkosten seien nicht das einzige, aber ein Problem für den Standort und der sei insgesamt in Gefahr.

IG Metall bereitet schon Warnstreiks in Bayern vor.

Das Wort „schwierig“ bekommt eigentlich fast jede Tarifrunde zu Beginn verpasst. Diesmal wohl zu Recht. Da zu einem Ergebnis zu kommen, dürfte dauern und mit heftigen Diskussionen hinter verschlossenen Türen verbunden sein. Jede Seite bringt da ihre Experten mit in die Verhandlungen, die die Konjunkturdaten deuten. Jede Seite bringt aber Vertreterinnen und Vertreter aus Betrieben mit, die aus der Praxis berichten. Bis zum 28. Oktober stehen zwei Treffen im Terminkalender. Dann endet die Friedenspflicht und die IG Metall könnte zu ersten Warnstreiks aufrufen. Die Vorbereitungen laufen, heißt es auf Nachfrage.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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