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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Keine Angst vor Popularität“: So will Bayern Museen entstauben
Kultur

„Keine Angst vor Popularität“: So will Bayern Museen entstauben

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 13. November 2024 14:46
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Dieser Plan wird in bayerischen Museen noch für viel Wirbel sorgen: Sie stehen vor einem größeren Modernisierungsschub („Museumsoffensive“) und sollen für die breite Bevölkerung deutlich attraktiver werden. Übrigens nicht nur mit ihren Sammlungen, sondern auch als Orte der mehr oder weniger ausgelassenen Begegnungen bei Tag und Nacht.

Inhaltsübersicht
Biebl will „Wow-Orte“ schaffenBlume: „Mehr Erlebnisort, weniger Behörde“„Agilität, Flexibilität, Service“Biebl: „Ich kann nicht aufgeben“

Das ist jedenfalls die Vision von Kunstminister Markus Blume (CSU), der sich kürzlich in New Yorker Museen umgeschaut hat. Blume war begeistert von deren konsequenter Orientierung am Publikum – und zwar auch an Menschen, die womöglich nicht sonderlich kulturinteressiert sind.

Biebl will „Wow-Orte“ schaffen

Blume sagte dazu auf einer Pressekonferenz in München: „Man darf keine Angst davor haben, populär zu sein. Wenn man dort in New York sieht, wie die Museumsräumlichkeiten regelmäßig geöffnet werden, dass dort jeden Freitag Party, Disco stattfindet, dann haben wir noch ein bisschen Entwicklungsmöglichkeiten, wenn ich an unsere Einrichtungen denke.“ Die Botschaft sei: „Bei uns tobt das Leben, und das macht am Ende einen erfolgreichen Ort, ein erfolgreiches Museum aus.“

Das „Gesicht des Wandels“ in bayerischen Museen soll der parteilose bisherige Münchner Kulturreferent Anton Biebl werden, der sein Amt wegen parteipolitischer Absprachen im Stadtrat verlor und seine Karriere Anfang nächsten Jahres als staatlicher „Change Manager“ fortsetzen wird: „Das ist mein Kriterium für Popularität, das wird mit Wow-Ort oder Begeisterungsort übersetzt, da möchte ich hin, dass diese Sichtbarkeit noch stärker wird.“

Blume: „Mehr Erlebnisort, weniger Behörde“

Biebl wird vor allem einen mentalen Wandel durchsetzen müssen. Bisher sind staatliche Museen sehr mit Verwaltungsangelegenheiten beschäftigt – deutlich zu viel, findet Minister Blume: „Mehr Erlebnisort, weniger Behörde, das wollen wir leben und umsetzen. Dahin wollen wir uns weiterentwickeln. Deshalb werden die Strukturen auf den Prüfstand kommen und wir wollen gleichzeitig den Einrichtungen mehr Freiheiten geben.“

Weiter erläuterte Blume: „Wir wollen überlegen, wo wir Synergien schaffen können mit einer Museumsagentur, die alle nutzen können und wie wir die, die ähnlich ticken, in die Lage versetzen können, dass sie ihre PS auf die Straße bringen. Und zwar gemeinsam.“

„Agilität, Flexibilität, Service“

Es ist kein Geheimnis, dass der Modernisierungseifer in manchem beschaulichen Museum nicht gerade hoch entwickelt ist. Die Routine frisst Zeit, große Apparate haben ihre eigene Schwerkraft – und müssen sich natürlich an einem Wust von Vorschriften orientieren. Dass lässt manche Akteure vorsichtig, ja scheu werden.

Bayerns Kunstminister Blume sagte dazu: „Wir wollen diese Einrichtungen aus der Welt einer Behörde – und es sind heute auch formaljuristisch Behörden – in eine neue Zeit bringen, wo Dinge wie Agilität, Flexibilität, Service, Besucherorientierung oben über der Tür stehen. Und nicht die Frage, ob ich jedem Paragrafen und jeder Verordnung genau gefolgt bin.“

Blume nannte fünf „Handlungsfelder“: Es gelte, am eigenen Selbstverständnis zu arbeiten, die Unverwechselbarkeit zu betonen, Schwachstellen zu beheben, private Geldgeber stärker als bisher zu mobilisieren, die Häuser sichtbarer zu machen und miteinander zu vernetzen, damit nicht mehr jeder auf sich allein gestellt vor sich hinarbeitet. Ein internationales Beratergremium soll für die nötige Expertise von außen sorgen.

Biebl: „Ich kann nicht aufgeben“

Anton Biebl, der einen Etat von „mehreren Millionen“ und eine „zweistellige“ Anzahl von Mitarbeitern verwalten wird, soll zunächst bis 2028 das „Mindset“ in den Museen neu starten, also für frischen Wind sorgen: „Diejenigen, die mich kennen, die wissen, dass ich sehr vertrauensvoll mit allen umgehe, dass ich sehr wertschätzend mit allen umgehe. Mir ist aber auch wichtig, Verbindlichkeit zu schaffen. Eines wurde noch vergessen: Ich kann auch sehr hartnäckig sein und eigentlich nicht aufgeben.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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