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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > 3,5 Millionen Rentner von Armut bedroht – die Ursachen
Wirtschaft

3,5 Millionen Rentner von Armut bedroht – die Ursachen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 5. Februar 2025 16:53
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland (externer Link) ist die Zahl von 3,54 Millionen armutsgefährdeten Menschen über 65 ein Rekordhoch. Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen aber auch: In den vergangenen Jahren war relativ konstant etwa ein Fünftel der Menschen im Rentenalter armutsgefährdet – mit Schwankungen.

Inhaltsübersicht
Höheres Risiko für FrauenWann ist man „armutsgefährdet“?Ursachen für AltersarmutAltersarmut in Bayern

Anders jedoch, wenn man weiter zurückblickt: 2014 lag der Anteil noch bei 16,3 Prozent, zwischen 2008 und 2013 bei meist unter 15 Prozent. Heute sind also erheblich mehr Menschen über 65 armutsgefährdet als vor zehn Jahren.

Höheres Risiko für Frauen

Was die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes außerdem deutlich machen: Ältere Menschen über 65 sind häufiger betroffen als der Rest der Bevölkerung. Im Gesamtdurchschnitt liegt die Quote für 2024 bei 15,5 Prozent. (Über 65-Jährige: 19,6 Prozent).

Zudem sind Frauen häufiger armutsgefährdet als Männer. Das gilt sowohl mit Blick auf die Gesamtbevölkerung als auch bei den Menschen im Rentenalter. 21,6 Prozent der Frauen über 65 galten 2024 als armutsgefährdet – bei den Männern 17,6 Prozent.

Wann ist man „armutsgefährdet“?

Laut Definition gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung verfügt, angepasst an die Haushaltsgröße. 2024 lag der Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 1.378 Euro netto im Monat. Für Haushalte mit zwei Erwachsenen mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag er bei 2.893 Euro monatlich.

Ursachen für Altersarmut

Doch woran liegt es, dass so viele ältere Menschen in Deutschland armutsgefährdet sind? „Zu den vielfältigen Ursachen gehören Bildungsarmut, schlechter, fehlender Start ins Erwerbsleben, unterbrochene Erwerbsbiografien, Erwerbstätigkeit auf niedrigem Zeitniveau, Teilzeit, Erwerbstätigkeit mit Niedriglohn, Minijobs, (Langzeit-)Erwerbslosigkeit, ungleiche Bezahlung“, sagt Claudia Spiegel, Leiterin Sozialpolitik beim Sozialverband VdK Bayern auf BR24-Anfrage. Wer schon während des Arbeitslebens wenig verdient, sei auch im Alter armutsgefährdet.

Damit lässt sich auch die höhere Quote bei Frauen erklären, wie die Deutsche Rentenversicherung ausführt: „Es bestehen zwar verschiedene Maßnahmen des sozialen Ausgleichs, z. B. Beitragszeiten für Kindererziehung. Jedoch übernehmen nach wie vor in der Regel Frauen die Sorgearbeit und arbeiten, auch nachdem die Kinder etwas größer sind, häufig in Teilzeit, in Minijobs oder in Branchen mit tendenziell geringeren Löhnen (Dienstleistungssektor).“

Altersarmut in Bayern

Steigende Altersarmut ist deutschlandweit ein Thema, auch im Freistaat: „Als Sozialverband VdK Bayern merken wir in Bayern seit vielen Jahren, dass sich die finanzielle Lage vieler älterer Menschen in Bayern verschärft und die Alterseinkommen den notwendigen Ausgaben nicht hinterherkommen“, sagt Claudia Spiegel vom VdK.

Immer wieder wenden sich Rentner daher hilfesuchend an den Verband. Wenn niedrige Renten auf steigende Wohnkosten, Energie- und Lebensmittelpreise treffen, folge zwangsläufig Altersarmut.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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