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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > BayWa-Rettung verzögert sich um ein Jahr
Wirtschaft

BayWa-Rettung verzögert sich um ein Jahr

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. Februar 2025 06:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Auf den ersten Blick hat die BayWa für ihre schwer angeschlagene Tochter BayWa r.e. einen Befreiungsschlag geschafft. Der Finanzinvestor Energy Investment Partners (EIP) aus Zürich erhöht über eine Kapitalerhöhung seine Beteiligung von bisher 49 auf 65 Prozent. Außerdem erlässt die Mutter BayWa dem bisherigen Tochterunternehmen ein Darlehen in Höhe von 350 Millionen Euro. So will sie die Rettung des schwer angeschlagenen Entwicklers für Wind- und Solarprojekte mitfinanzieren.

Inhaltsübersicht
BayWa r.e. als SorgenkindBayWa will Sanierungsplan fortführenGroßes Interesse von Bayerns Landwirten

BayWa r.e. als Sorgenkind

Die schon bisher gemeinsam mit EIB betriebene Ökostromtochter BayWa r.e. gehört zu den größten Sorgenkindern des Münchener Konzerns. Sie gilt als einer der Hauptgründe für die massive finanzielle Schieflage des Gesamtunternehmens. Beim Aufbau des Geschäfts mit Projekten aus dem Wind- und Solarbereich hatte man sich komplett verkalkuliert und einen Schuldenberg angehäuft, der zuletzt laut Halbjahresbericht 2024 bei rund 4 Milliarden Euro lag.

Nun will EIB die BayWa r.e. durch die Kapitalerhöhung auf stabilere finanzielle Füße stellen. Der Schuldenerlass durch die Mutter in München ist ein weiterer Baustein für die Rettung des Projektentwicklers. Die BayWa r.e. braucht laut dem ehemaligen Mutterkonzern bis 2028 rund 435 Millionen Euro frisches Geld, nachdem das Geschäft mit dem Weiterverkauf von Erneuerbare-Energien-Projekten derzeit stockt.

BayWa will Sanierungsplan fortführen

Für die Sanierung des Mutterkonzerns BayWa AG bedeutet dieser Deal aber eine Belastung. Denn durch den Verzicht auf das Darlehen fehlt dieses Geld in der Bilanz des Agrarkonzerns – die Folge ist ein negatives Eigenkapital. Zwar betont das Unternehmen, dass die positive Fortführungsprognose weiterhin bestehe. Allerdings müssen die Aktionäre nun bei einer außerordentlichen Hauptversammlung offiziell informiert werden, außerdem muss das Sanierungsgutachten überarbeitet und aktualisiert werden.

All das kostet Zeit. Auch dadurch verzögere sich die geplante Sanierung des Unternehmens, so die BayWa. Sie werde sich nun bis Ende 2028 hinziehen, ein Jahr länger als bisher geplant.

Großes Interesse von Bayerns Landwirten

Die Sanierungs-Bemühungen rund um die BayWa stoßen gerade in Bayern seit Monaten auf großes Interesse auch bei Landwirten. Das aus der Genossenschaftsbewegung hervorgegangene Unternehmen ist der größte Agrarhändler des Landes und spielt gerade im Freistaat eine zentrale Rolle für Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung.

Auch deshalb sorgte die am Ende gescheiterte Expansion ins Ausland und in neue Geschäftsmodelle auch immer wieder für Kritik.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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