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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > „Fuß von der Bremse“: Deutscher Sparkassentag in Nürnberg
Wirtschaft

„Fuß von der Bremse“: Deutscher Sparkassentag in Nürnberg

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 22. Mai 2025 10:50
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Wie krisenfest ist Deutschland angesichts vieler internationaler Kriege und Krisen inklusive der Politik des US-Präsidenten Donald Trump? Auf dem 28. Deutschen Sparkassentag in Nürnberg fällt beim Veranstalter mehrmals das Wort „Zuversicht“. Dem Treffen aus Finanzbranche und Politik habe man auch deshalb das Motto „Zukunft.Machen“ gegeben. Die 343 Sparkassen deutschlandweit haben dabei auch mittelständische Unternehmen im Blick, die sie betreuen und finanzieren.

Inhaltsübersicht
Filialnetz erhalten – eine HerausforderungInvestitionen in Filialen und GeldautomatensicherheitBayerns Ministerpräsident: „Hände weg von den Sparkassen“Treffen mit prominenten Gästen

Bürokratie sei ein großes Problem, sagte Sparkassenverbandspräsident Ulrich Reuter. Um wirtschaftlich wieder voranzukommen, müsse man wieder den „Fuß von der Bremse“ nehmen. Der Sparkassenpräsident wirbt für Aufbruchstimmung.

„Die Mittelständler sind bereit, zu investieren. Sie haben ihre Arbeitskräfte gehalten, auch in schwierigen Zeiten der Pandemie und Energiekrise. Sie sind stabil, das ist unsere Wahrnehmung, und sind auch gewillt in Deutschland zu investieren.“ Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Filialnetz erhalten – eine Herausforderung

Die deutschen Sparkassen wollen in Zukunft an der Kundenzufriedenheit arbeiten. Dazu gehört, dem Verband zufolge, das Netz von derzeit über 10.000 Filialen deutschlandweit zu erhalten, wenn möglich sogar auszubauen. Dieses Vorhaben stehe immer wieder auch international unter Druck. Eine hohe Zahl an Filialen bedeutet hohe Kosten.

Letztendlich hänge die Zahl der Filialen aber vom Bedarf der Kundinnen und Kunden ab. „Je mehr wir es schaffen, dass die Kunden die einfachen Dienstleistungen online erledigen, umso weniger brauchen sie Filialdienstleistungen“, sagt Verbandspräsident Ulrich Reuter. Dennoch steige der Bedarf an Kundenberatung. Die Sparkassen müssten jedes Jahr 12.000 Mitarbeiter einstellen. Im vergangenen Jahr sei ein Personalaufbau um 2.500 Mitarbeiter erfolgt.

Investitionen in Filialen und Geldautomatensicherheit

Allein in Bayern seien im vergangenen Jahr 70 Millionen Euro in das Filialnetz der 56 Sparkassen investiert worden. Bundesweit könne diese Zahl etwa mit dem Faktor sieben multipliziert werden. Allerdings: Fast jede dritte Sparkassen-Filiale in Deutschland ist inzwischen unbemannt und besteht lediglich als Standort für Automaten- und gegebenenfalls Video-Dienstleistungen.

Auch in die Automatensicherheit sei in den vergangenen Jahren massiv investiert worden, sagte Reuter. Die Zahl krimineller Sprengungen sei inzwischen rückläufig. Trotzdem werde weiter in die Geldautomatensicherheit investiert, sagt Matthias Dießl, Präsident des Bayerischen Sparkassenverbands.

Bayerns Ministerpräsident: „Hände weg von den Sparkassen“

Die Sparkassen seien mit ihrer regionalen Verankerung ein Garant für Seriosität und Relevanz, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in seiner Rede am Mittwoch auf dem Deutschen Sparkassentag. Sie seien nie Auslöser von Krisen. Wichtig sei, dass das Guthaben der Bürger in Deutschland nicht Haftungsgegenstand für ganz Europa werden dürfe. Und spricht damit eine gemeinsame EU-Einlagensicherung an, über die seit Jahren gestritten wird. „Wir sagen immer: Hände weg von den Versuchen, die Sparkassen zu verschlechtern in Europa“, so Bayerns Regierungschef.

Treffen mit prominenten Gästen

Zum zweitägigen 28. Deutschen Sparkassentag in Nürnberg kommen mehr als 3.000 Menschen aller gesellschaftlichen Bereiche zusammen – von Finanzmanagern über Politiker bis hin zu Schriftstellern, Spitzensportlern und Widerstandskämpfern aus dem Ausland. Unter den Gästen sind neben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auch der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) sowie die US-amerikanisch-polnische Journalistin und Historikerin Anne Applebaum. Am Donnerstag wird Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) als Redner erwartet.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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