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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Zöliakie und Glutenunverträglichkeit: Wenn Brot krank macht
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Zöliakie und Glutenunverträglichkeit: Wenn Brot krank macht

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 13. August 2025 09:47
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Wer unter unklaren Magen-Darm-Beschwerden leidet, sollte ärztlich abklären lassen, was dahintersteckt. Nur so lässt sich feststellen, ob etwa eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie vorliegt. Aber was genau ist Gluten und weshalb kann es bei manchen Beschwerden auslösen?

Inhaltsübersicht
Gluten – was steckt dahinter?Zöliakie, Glutensensitivität oder Weizenallergie?Risiken und Folgen einer unbehandelten ZöliakieWie Zöliakie sicher diagnostiziert wirdGlutenfrei leben – die einzige wirksame TherapieGlutenfreie Produkte: Auswahl, Kennzeichnung und Kosten

Gluten – was steckt dahinter?

Gluten ist ein Eiweiß, das Teige elastisch macht. Es steckt in vielen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel und in der Regel auch Hafer, der häufig mit glutenhaltigen Getreiden verunreinigt ist. Für die Bäckerei ist es unverzichtbar, für den menschlichen Körper jedoch manchmal problematisch. Während eine Glutenunverträglichkeit meist „nur“ zu Verdauungsbeschwerden führt, hat Zöliakie weitaus gravierendere Folgen.

Zöliakie, Glutensensitivität oder Weizenallergie?

Der Begriff „Glutenunverträglichkeit“ wird umgangssprachlich für verschiedene Krankheitsbilder genutzt. Medizinisch unterscheidet man:

  • Zöliakie: Autoimmunerkrankung mit Darmschädigung
  • Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität (NCGS): Beschwerden ohne Darmveränderung
  • Weizenallergie: selten, allergische Reaktion auf Weizenbestandteile

Typische Symptome sind Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall, aber auch Müdigkeit, Hautausschläge oder Gelenkbeschwerden. NCGS gilt als Ausschlussdiagnose, wenn Zöliakie und Weizenallergie nicht vorliegen.

Risiken und Folgen einer unbehandelten Zöliakie

Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung. Gelangt Gluten in den Dünndarm, reagiert das Immunsystem mit einer Entzündung. Die feinen Darmzotten, die für die Nährstoffaufnahme zuständig sind, bilden sich zurück – die Oberfläche des Darms schrumpft, und der Körper nimmt weniger Vitamine und Mineralstoffe auf. Das führt zu Nährstoffmängeln, häufig Eisen- und Kalziummangel. Kinder mit unbehandelter Zöliakie können im Wachstum zurückbleiben, oft entwickelt sich zusätzlich eine Laktoseintoleranz.

Wie Zöliakie sicher diagnostiziert wird

Für eine sichere Diagnose wird meist eine Kombination aus Blutuntersuchung und Spiegelung des Dünndarms eingesetzt. Wichtig: Vor der Untersuchung sollten Betroffene weiterhin glutenhaltige Lebensmittel essen, da ein vorheriger Verzicht die Ergebnisse verfälschen kann. Bei der Endoskopie entnimmt der Arzt Gewebeproben, die unter dem Mikroskop auf typische Veränderungen untersucht werden. Ergänzend werden bestimmte Antikörper im Blut gemessen –zum Beispiel Transglutaminase-Antikörper oder Antikörper gegen deamidierte Gliadinpeptide (DGP). Erst wenn beide Untersuchungen übereinstimmend auffällig sind, gilt die Diagnose als gesichert. Dann ist eine konsequent glutenfreie Ernährung notwendig, so der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) (externer Link).

Glutenfrei leben – die einzige wirksame Therapie

Zöliakie ist nicht heilbar. Die einzige wirksame Behandlung ist eine lebenslange, strikt glutenfreie Ernährung. Wird diese nicht eingehalten, steigt das Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes oder Schilddrüsenprobleme sowie für Knochenschäden.

Unbedingt meiden sollte man …

  • alle glutenhaltigen Getreidesorten wie Weizen, Gerste, Dinkel und Roggen sowie sämtliche Produkte daraus.
  • handelsüblichen Hafer und daraus hergestellte Lebensmittel, da sie häufig mit Gluten verunreinigt sind.

Geeignet sind …

  • glutenfreie Getreide und Pseudogetreide wie Mais, Hirse, Buchweizen, Reis, Soja, Quinoa, Amaranth, Kichererbsen oder Teff.
  • möglichst ganze, sortenreine Körner, um Verunreinigungen zu vermeiden.
  • Haferprodukte, die ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnet sind – am besten erst einführen, wenn die Antikörperwerte im Normalbereich liegen (Empfehlung des DAAB).

Glutenfreie Produkte: Auswahl, Kennzeichnung und Kosten

Das Angebot an glutenfreien Lebensmitteln wächst. Neben Reformhäusern und Drogerien führen auch Supermärkte Produkte mit dem Symbol einer durchgestrichenen Ähre – sie enthalten maximal 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm. Für gesunde Menschen bringt eine glutenfreie Ernährung keinen gesundheitlichen Vorteil, ist aber oft teurer. Manche Produkte sind zudem „glutenfrei“ gekennzeichnet, obwohl sie ohnehin kein Gluten enthalten.

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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