Ob Geld an Freunde senden oder den Online-Einkauf bezahlen – mehr als 30 Millionen Menschen in Deutschland nutzen dafür Paypal. Das System gilt als digitale Geldbörse, die man mit dem eigenen Konto verknüpft. Wer einem anderen Paypal-Kunden Geld überweisen möchte, braucht nur dessen Kunden-Mailadresse oder Benutzernamen und das Geld kommt in Sekundenschnelle an.
Allerdings gab es in letzter Zeit Sicherheitsprobleme bei Paypal. Zwar ist er der bekannteste Zahlungsanbieter in Deutschland, aber es ist nicht der einzige. Im Onlinehandel kann man in der Regel zwischen verschiedenen Zahlungsformen auswählen, zum Beispiel per Kreditkarte, auf Rechnung oder über einen anderen Dienstleister.
Paypal und Klarna sind die bekanntesten Anbieter
Der schwedische Finanzdienstleister Klarna ist inzwischen ebenfalls weit verbreitet – demnächst folgt vielleicht auch Wero. Das ist eine Zahlungs-Initiative von europäischen Banken in mehreren Ländern, die sich aber vor allem in Deutschland erst im Aufbau befindet. Auch in Spanien oder etwa in Belgien haben Banken das System freigeschaltet. Es gibt noch andere kleinere Zahlungsdienstleister, von denen einige schon gescheitert sind, wie etwa Giropay. Was mit Wero und Paypal funktioniert, mit Klarna aber nicht, ist Geld an Freunde zu schicken.
Gebühren, Transaktionskosten und Datenschutz sind zu beachten
Bei der Entscheidung, welchen Zahlungsdienst man nutzt, spielt auch eine Rolle, was für Zusatzkosten anfallen und wie einfach eine Transaktion durchzuführen ist: Läuft es kontaktlos, reicht ein Klick? Oder braucht es eine Zwei- oder Drei-Faktor-Identifizierung, die das Bezahlen umständlicher, aber sicherer macht, vor allem bei Online-Käufen?
Paypal zeichnet sich nach Aussagen seiner User dadurch aus, dass es bequemer ist als zum Beispiel die Nutzung einer Kreditkarte im Netz. Allerdings können für Paypal und andere Dienstleister durchaus Zusatzkosten anfallen.
Wie sicher sind Kundendaten bei Paypal vor Missbrauch?
Ungeklärt ist der Vorwurf, wonach Kriminelle Millionen von Kundendaten bei Paypal gehackt haben sollen. Außerdem gab es eine Sicherheitspanne, weswegen Banken Paypal-Transaktionen im Wert von mehreren Milliarden Euro stoppten. Fest steht: PayPpal sammelt sehr viele sensible Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer. Laut Datenschutzerklärung sind Nutzerinnen und Nutzer von Paypal mit folgenden Praktiken einverstanden:
- Paypal gibt private Kundendaten, wie E-Mail-Adresse, Wohnanschrift und Namen, an Verkäufer weiter
- Paypal erstellt ein Profil, das persönliche Vorlieben und Gewohnheiten beim Einkaufen und Internet-Browsen enthält und
- erhält Angaben über die Kreditwürdigkeit
Banken dürfen solche Kundendaten nicht weitergeben.
Kauf auf Rechnung auf Platz zwei
In Deutschland weit verbreitet und beliebt ist auch im Onlinehandel der Kauf gegen Rechnung. Laut einer Umfrage ist es die zweitbeliebteste Zahlungsmöglichkeit. Die Ware ist dann erst zu bezahlen, wenn sie tatsächlich geliefert wurde und man sie nicht zurückgeben will.
Paypal lässt in diesem Zusammenhang häufig eine Zahlung erst vier Wochen nach dem Kauf zu, ähnlich wie viele Kreditkarten. Klarna wirbt, wie einige Kreditkartenfirmen, mit „Buy now! Pay later!“ für Ratenkredite. Für solche Kredite sind oft hohe, teils zweistellige Zinsen zu zahlen. Sie gelten deshalb bei Verbraucherschützern als gefährliche Schuldenfallen.
QR-Codes und PhotoTAN im Smartphone als neue Form des Bezahlens
Banking-Apps bieten inzwischen zahlreiche Zusatzfunktionen. Auf vielen Rechnungen ist mittlerweile ein QR-Code abgedruckt. Wenn man diesen über die Handykamera einscannt, erkennt das System die Rechnungsdaten und verarbeitet die Zahlung per PhotoTAN schnell weiter. Ohne Banking-App läuft inzwischen kaum noch etwas. Das schafft im Gegenzug viele neue Möglichkeiten beim Bezahlen, online wie offline.
Bankdaten hinterlegen bei anderen Dienstleistern, denen man vertraut
Wer bei seiner Bank ein Konto mit Debitkarte oder Kreditkarte hat, kann solche Daten bei anderen Apps wie für Apple Pay, Google Pay usw. hinterlegen und dann mit dem Smartphone bezahlen. Eine solche Funktion bietet seit kurzem auch Paypal an. So will der Konzern wettbewerbsfähig bleiben bei jüngeren Zielgruppen, die möglichst viel mit dem Handy erledigen wollen.
Händlern und Internet-Marktplätzen, wo man besonders gern und häufig einkauft, wie etwa bei Amazon oder dem Lieblingswinzer, kann man bis zum Widerruf ein SEPA-Lastschriftmandat erteilen zur direkten Abbuchung vom Bankkonto. Der Vorteil der Lastschrift ist, dass Bankkunden und -kundinnen sie acht Wochen lang zurücknehmen können, wenn ein Fehler vorliegt.