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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Ifo-Geschäftsklima: Wirtschaft hofft auf Besserung
Wirtschaft

Ifo-Geschäftsklima: Wirtschaft hofft auf Besserung

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 27. Oktober 2025 16:50
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Die aktuellen Geschäfte laufen zwar erneut schlechter als zuvor. Doch die deutschen Unternehmen setzten auf die Zukunft. Sie haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es im kommenden Jahr vielleicht etwas besser wird.

Inhaltsübersicht
Ifo-Index: Bau traut Investitionsversprechen der Regierung nichtBesseres Ifo-Geschäftsklima: Nicht mehr als Stabilisierung?Ifo-Chef Fuest: Deutschland im wirtschaftlichen Niedergang

So sind es die Erwartungsindikatoren, die den Ifo-Geschäftsklimaindex nach oben ziehen. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist in diesem Monat insgesamt auf 88,4 Punkte gestiegen, von 87,7 Punkten im September. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Für das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer befragt das Münchner Ifo-Institut monatlich rund 9.000 Firmen.

Ifo-Index: Bau traut Investitionsversprechen der Regierung nicht

Vor allem das Versprechen der Regierung, mit staatlichem Geld ein riesiges Investitionspaket zu schnüren, lasse viele Firmenchefs etwas optimistischer auf die kommenden Monate schauen, sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. Insbesondere die Industrie erhofft sich mehr Aufträge. Zuletzt sind die Bestellungen nicht weiter zurückgegangen, wie aus der Umfrage hervorgeht. Die Kapazitätsauslastung hat leicht zugelegt, auch wenn sie weiterhin deutlich unterhalb des langfristigen Mittelwertes bleibt.

In der Baubranche zeigt sich allerdings bereits Skepsis, ob im Bausektor von den versprochenen staatlichen Investitionen viel landen wird. Es werde diskutiert, ob ein erheblicher Teil der Mittel doch zweckentfremdet verwendet wird, um Haushaltslöcher zu stopfen, dass also bei weitem nicht alles in zusätzliche Investitionen fließt, meint Fuest. Die Geschäftserwartungen im Bau haben sich im Oktober eingetrübt.

Besseres Ifo-Geschäftsklima: Nicht mehr als Stabilisierung?

Der gestiegene Geschäftsklimaindex deute immerhin darauf hin, dass sich die Wirtschaft derzeit etwas stabilisiert, heißt es bei den Münchner Ifo-Forschern. Um die Konjunktur deutlich anzukurbeln, bräuchte es aber tiefgreifende Reformen. Und da sei die große Frage, ob sich die schwarz-rote Regierung darauf wirklich einigen kann.

Analysten reagieren denn auch zurückhaltend auf das verbesserte Geschäftsklima. Der Einbruch des ifo-Index im September wurde nur zur Hälfte wettgemacht. LBBW-Experte Jens-Oliver Niklasch fällt es nach eigener Aussage nicht leicht, die Zuversicht auf eine Wende zum Besseren zu teilen, denn die jüngsten Zahlen aus der Wirtschaft seien überwiegend unerfreulich. Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, sieht in dem Anstieg noch kein Zeichen für eine Verbesserung der Konjunktur.

Ifo-Chef Fuest: Deutschland im wirtschaftlichen Niedergang

Ganz abgesehen von den monatlichen Stimmungsschwankungen in den Chefetagen sieht Ifo-Präsident Clemens Fuest Deutschland grundsätzlich im wirtschaftlichen Niedergang. Er wies am Wochenende gegenüber der „Bild am Sonntag“ darauf hin, dass der Staatskonsum seit 2015 um gut 25 Prozent gestiegen ist, während die Unternehmensinvestitionen wieder auf das Niveau von 2015 zurückgefallen sind.

Weniger private Investitionen bedeuten mittelfristig weniger Wachstum, weniger Steuereinnahmen und damit auch weniger Geld für staatliche Leistungen, sagte Fuest. Der durchschnittliche Lebensstandard stagniere bereits seit Längerem. Dies führe zu einer Spaltung der Gesellschaft.

Der Ökonom forderte die Bundesregierung auf, bis zum Frühjahr 2026 ein „umfassendes Reform-Gesamtkonzept“ vorzulegen, „das weit über den Koalitionsvertrag hinausgeht“.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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