Wenn in Hollywood der rote Teppich betreten und später die ersten Umschläge geöffnet werden, beginnt eine der wichtigsten Nächte des Jahres für die internationale Kinowelt. Ein Nominierungsrekord, deutsche Talente und Neuerungen bei den Kategorien und beim Voting machen es spannend – ein Überblick zur Oscar-Nacht 2026.
Wann und wo werden die Oscars 2026 verliehen?
In der Nacht von Sonntag auf Montag werden die Oscars zum 98. Mal vergeben. Der Comedian Conan O’Brien wird abermals die Preisverleihung im Dolby Theatre in Los Angeles moderieren. Zuvor hatte Jimmy Kimmel vier Mal in Folge durch die Hollywood-Gala geführt.
Wie kann man die Preisverleihung in Deutschland schauen?
In den USA wird die Gala schon nachmittags beginnen, doch wer sie in Deutschland von Anfang an mitverfolgen will, muss länger wach bleiben. Die Vorberichterstattung auf dem roten Teppich startet um 22.30 Uhr, die eigentliche Verleihung um Mitternacht.
Dafür stehen verschiedene TV- oder Streamingmöglichkeiten zur Auswahl: ProSieben zeigt die gesamte Oscar-Nacht live im Free-TV. Auf Joyn steht zusätzlich ein Livestream zur Verfügung, ebenso eine Wiederholung in der Mediathek. Disney+ hat sich ebenfalls die Rechte gesichert und zeigt die Zeremonie live. In den USA wird die Preisverleihung traditionell auf dem Sender ABC übertragen. Ab 2029 soll sie nur noch auf YouTube zu sehen sein.
Welche Filme sind am häufigsten nominiert?
Der Vampir-Horrorfilm „Sinners“ (deutscher Titel „Blood & Sinners“) von Regisseur Ryan Coogler ist für 16 Oscars nominiert worden – ein neuer Rekord in der Geschichte der Filmpreise. Die bisherigen Rekordhalter waren „Alles über Eva“, „Titanic“ und „La La Land“ mit 14 Nominierungen. Cooglers Film hat unter anderem Chancen auf eine Auszeichnung in den Kategorien für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch. Schauspieler Michael B. Jordan bekam seine erste Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller. Er spielt gleich zwei Rollen – und zwar Zwillingsbrüder.
Auch „One Battle After Another“ gehört zu den aussichtsreichsten Kandidaten und ist in 13 Kategorien nominiert. Trotz des numerischen Vorteils für „Blood & Sinners“ gehen die meisten Fachleute davon aus, dass „One Battle After Another“-Regisseur Paul Thomas Anderson schon verschiedene Dankesreden einüben kann.
Welche Favoriten gibt es noch?
Zu den Favoriten zählen außerdem: „Frankenstein“, „Sentimental Value“, „Hamnet“ und „Marty Supreme“. Bei den Golden Globes, die ein Indikator für die Oscar-Nominierungen sind, war bereits „One Battle After Another“ mit vier Auszeichnungen der große Gewinner.
Den Preis als bester Hauptdarsteller erhielt dort Timothée Chalamet für seine Rolle in „Marty Supreme“. Dieser Film könnte Chalamet, der mit 30 Jahren einer der jüngsten Preisträger der Kategorie wäre, nun auch den ersten Oscar bescheren. Hoffnungen in den Schauspielkategorien können sich unter anderem Emma Stone, Jessie Buckley, Renate Reinsve, Leonardo DiCaprio oder Wagner Moura machen.
Welche deutschen Filme und Mitwirkenden sind nominiert?
Das Drama „In die Sonne schauen“ der Berliner Regisseurin Mascha Schilinski war zwar als Kandidat für den besten internationalen Film in die Vorrunde gekommen, schaffte es jedoch nicht in die Endauswahl. Doch zwei deutsche Co-Produktionen sind nominiert: „Sentimental Value“ sowie „The Secret Agent“.
Auch mehrere deutsche Talente haben Preischancen, darunter die Spezialeffekte-Künstler Michael Ralla und Guido Wolter. Sie sind mit zwei weiteren Kollegen für ihre Arbeit an dem Blockbuster „Blood & Sinners“ in der Sparte „Visual Effects“ nominiert.
Aus deutscher Sicht gibt es auch in der Musik-Abteilung eine Oscar-Hoffnung: Max Richter, der mittlerweile einen britischen Pass hat, komponierte die Musik für das insgesamt acht Mal nominierte Drama „Hamnet“.
Was ist neu?
In diesem Jahr vergibt die Academy erstmals einen Oscar in der Kategorie „Bestes Casting“. Die Auszeichnung soll die Auswahl der Schauspieler, die hinter den Kulissen stattfindet, würdigen. Nominiert sind beispielsweise die Castingdirektorinnen von „Hamnet“, „Blood & Sinners“ und „One Battle After Another“. Damit wächst die Zahl der Preissparten auf 24.
Außerdem gelten in diesem Jahr strengere Voting-Regeln: Die Mitglieder, die final abstimmen, müssen nachprüfbar alle Filme gesehen haben. Ein reformiertes Regelwerk soll das garantieren.

