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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Das muss aufhören!“: Massiver Unmut über Putins Netz-Zensur
Kultur

„Das muss aufhören!“: Massiver Unmut über Putins Netz-Zensur

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 13. März 2026 12:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Der eigentlich kremlfreundliche Politologe Georgi Bovt scheint außer sich [externer Link]: „Die Netz-Sperren müssen endlich aufhören! Es schadet unserem Land und unserer Bevölkerung und verursacht enorme wirtschaftliche Schäden. Der Feind, gegen den die russische Armee kämpft, hat kein abgeschottetes Internet. Und er hat bisher weder kapituliert, noch plant er es.“

Inhaltsübersicht
Kreml: „Wir benutzen Festnetz-Telefone“„Russland ähnelt gescheitertem Staat“„Moskauer besorgen sich befreundete Programmierer“

Kreml: „Wir benutzen Festnetz-Telefone“

Ähnlich aufgebracht reagieren zahlreiche weitere russische Kommentatoren auf die drastische Einschränkung der Internet-Kommunikation durch den Kreml. Speziell in den Metropolen Moskau und St. Petersburg haben die Behörden den Datenverkehr seit Tagen massiv heruntergefahren. Wie russische Medien berichten, scheint das ein persönliches Anliegen von Präsident Wladimir Putin zu sein [externer Link].

Der hatte am 5. März bei einem Treffen im Kreml mit Soldatinnen wörtlich gesagt [externer Link]: „Die Nutzung solcher Kommunikationsmittel, die wir nicht kontrollieren, stellt eine Gefahr für die Truppe dar, richtig?“ Die Antwort gab sich Putin gleich selbst: „Klar.“ Kremlsprecher Dmitri Peskow versicherte [externer Link], die Regierung selbst sei von Einschränkungen natürlich nicht betroffen: „Wir benutzen Festnetz-Telefone.“

„Russland ähnelt gescheitertem Staat“

Russische Netz-Kommentatoren reagierten mit ätzender Kritik auf die Minimierung der elektronischen Kommunikationswege. So schrieb Politikberater Igor Dimitriew [externer Link], er sei dafür, in Moskau das Internet ganz abzuschalten, denn viel zu lange habe der Kreml die Stadt als eine Art „nördliches Singapur“ hingestellt. Dimitriews Folgerung: „Das wahre Russland ist natürlich ganz anders; die Moskauer wissen es nur nicht. Dann sind sie in ihre Apartments in Dubai abgehauen und haben von dort aus die neue, strenge, aber gerechte Regierung gelobt, und ich bin geblieben.“

Politologe Andrei Kalitin nennt die Ängste des Kremls „paranoid“ und schrieb grimmig [externer Link]: „Durch Verbote und Repressionen zerstört der Kreml die Grundlagen des Staates, und die russische Gesellschaft nimmt das völlig gelassen hin. Russland ähnelt zunehmend einem gescheiterten Staat. Der russische Regierungsapparat besteht heute primär aus den Sicherheitskräften. Ein Machtwechsel in Russland wird höchstwahrscheinlich durch einen Konflikt zwischen diesen Gruppen, durch einen Elitenkrieg, durch Unruhen erfolgen.“

„Moskauer besorgen sich befreundete Programmierer“

Bei einem der zahlreichen anonymen russischen Polit-Kommentatoren war zu lesen [externer Link]: „Mit der Verschärfung der Lage im Land versuchen die Machthaber, die Gesellschaft so weit wie möglich zu destabilisieren und ihr jegliche Fähigkeit zur Koordination zu nehmen. Niemand weiß im Voraus, wie sich dieses Bestreben konkret äußern wird, da Entscheidungen auf Grundlage einer noch nicht eingetretenen Situation getroffen werden. Nur die allgemeine Richtung und das Motiv des Kremls sind klar: um jeden Preis unterdrücken, irritieren, lähmen und spalten, um jegliche Äußerungen zu kontrollieren oder zu verhindern.“

 

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Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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