Halloween lädt zum heimeligen Bingen alter Horrorklassiker ein, die „Scream“-Filme gehören dabei fest dazu. Der Killer „Ghostface“, der mit seiner langgezogenen weißen Maske und seinem schwarzen Gewand Jagd auf High-School-Schüler macht, ist mittlerweile Kult. Doch die Slasher-Reihe hat zuletzt selbst einen Stich abbekommen.
„Scream“ kam in den 90ern zum perfekten Zeitpunkt
Wer sich jetzt mit Kürbissuppe und Kuscheldecke vor dem Fernseher einmummelt und den ersten Teil von „Scream“ anmacht, darf sich nicht nur auf ein reines Nostalgie-Gefühl freuen. Der Film von Regisseur Wes Craven ist auch schlichtweg gut gemacht.
Als „Scream“ 1996 Premiere feiert, steckt das Horrorgenre gerade in der Krise. Es ist ausgelutscht und von Klischees geprägt. Doch Craven spielt mit den Stereotypen – und stellt neue Genreregeln auf. Seinen Film bewirbt er damals mit Drew Barrymore auf den Plakaten und sie ist es auch, die als allererste ans Telefon geht („Was ist dein Lieblings-Horrorfilm?“). Doch nur kurze Zeit später dann der erste Wendepunkt: Barrymores Rolle stirbt in den ersten zwölf Minuten des Films. Damit macht Craven seinem Publikum direkt klar: Für „Scream“ hat er die Karten neu gemischt.
Scream kann Sequels – bis jetzt
Nach zwei erfolgreichen und einer dritten, eher schlecht angelaufenen Fortsetzung folgt eine lange Pause. 2019 gehen die Rechte an eine neue Produktionsfirma und 2022 kommt „Scream“ zurück in die Kinos. Wie belebt man allerdings eine Kultreihe wieder, ohne bloß alte Erfolge zu kopieren?
Zum einen setzt das neue Produktionsteam auf neue Gesichter: Melissa Barrera und Jenna Ortega werden zu den Hauptfiguren. Die Fanlieblinge aus den ersten Filmen bleiben dem Franchise aber erhalten. Courteney Cox, Neve Campbell und David Arquette tauchen in ihren ikonischen Rollen erneut auf und ergänzen die Handlung. Das Konzept geht auf, die Teile fünf und sechs sind durchaus erfolgreich. Es soll also weitergehen und die Geschichte um die Charaktere von Barrera und Ortega zu Ende gebracht werden. Doch dann kommt alles anders.
Rauswurf, Ausstieg, Neustart: Scream steckt in einer Krise
Im November 2023 feuert die Produktionsfirma Spyglass ihren Star Melissa Barrera. Deren öffentliche Kritik an Israels Kriegsführung in Gaza stuft die Firma als antisemitisch ein. Obwohl Barrera dieser Einordnung widerspricht, zieht Spyglass seine Konsequenz. Kurz darauf steigen Co-Darstellerin Jenna Ortega und Regisseur Christopher Landon aus dem Projekt aus.
Das erfolgreiche Reboot der „Scream“-Reihe steht plötzlich auf der Kippe und es entsteht ein Notfallplan für Teil 7: Statt auf jüngere und neue Gesichter zu setzen, soll Neve Campbell in ihrer Rolle als Sidney Prescott, bekannt schon seit dem ersten Scream-Film, wieder die Hauptrolle einnehmen. Doch Neve Campbells Comeback enttäuscht: Statt in alter „Scream“-Manier die eigene Genrezugehörigkeit bewusst zu reflektieren, wird dieser Film selbst zum Klischee. Die Handlung ist abgedroschen und als am Ende die Maske fällt, kämpft der Killer Ghostface selbst damit, sein Motiv irgendwie logisch zu erklären.
Scream 8 kommt trotzdem – was bekannt ist
Viele Fans erleben den siebten Teil als seelenlose Fortsetzung. Trotzdem spielt der Film genug Geld ein, damit folgende Entscheidung fällt: Ein achter Film soll folgen. Inhaltlich haben dieses Mal die Schwestern Lilla und Nora Zuckerman das Zepter (Messer!) in der Hand, denn sie steuern das Drehbuch bei. Doch wer macht bei Teil 8 Regie?
Courteney Cox hat sich für diesen Posten zuletzt selbst vorgeschlagen, schließlich kenne niemand das Franchise so gut wie sie. Doch auch Jen und Sylvia Soska sollen ebenfalls als Regisseurinnen in Betracht gezogen werden, was eine deutlich härtere Gangart in Teil 8 bedeuten könnte.
Scream 8 steht also noch an seinem Anfang und so bleibt die wichtigste Frage erstmal offen: Kann Scream alte Fans zurück ins Kino locken oder hat Ghostface zu viel Vertrauen verspielt?

