Eigentlich lag der Serienpatient „Scrubs – die Anfänger“ schon im Koma. Vor 16 Jahre wurden zum letzten Mal neue Folgen aus dem „Sacred Heart Krankenhaus“ gezeigt. Aber: Für tot erklären sollte man beliebte Stoffe eben doch nie. Aktuell erscheinen im Wochentakt neun neue Folgen der Krankenhaus-Comedy bei Disney+.
Worum es im „Scrubs“-Revival geht
Die zehnte Staffel „Scrubs“ zeigt, wie Hauptfigur John Dorian, genannt J.D., durch einen Zufall an seine alte Wirkungsstätte, das „Sacred Heart“, zurückkehrt. Eigentlich arbeitet J.D. mittlerweile als Privatarzt, doch dann wird eine seiner Patientinnen ins „Sacred Heart“ gebracht – wo er wieder auf seinen besten Freund Turk und seine Ex-Frau Elliot trifft, und wo der mürrische Dr. Cox mittlerweile Chefarzt ist. Und der hat ein Problem: Seine Ausbildungsmethoden – er setzt auf Angst – ziehen bei den Assistenzärzten der Gen Z nicht mehr.
Und dann ist da noch diese neue Empfindsamkeitsbeauftragte, die penibel darauf achtet, dass er ja nicht zu ausfallend wird. „Ich muss sie bitten, einen Gang herunterzuschalten“, ermahnt sie ihn. Schließlich habe er schon 900 Strikes bei ihr. Also wünscht sich Cox, dass der empfindsamere J.D. ans „Sacred Heart“ zurückkehrt – der Startschuss für neue Geschichten aus dem Krankenhaus.
Warum „Scrubs“ teilweise aus der Zeit gefallen ist
Erstmal wirkt das Revival gewagt. Klar: Scrubs war ein Riesenerfolg – 17 Emmy-Nominierungen, drei Golden Globes gab’s für die Sitcom. Aber viele Witze der Comedy-Serie sind mittlerweile arg aus der Zeit gefallen. Ein bärtiger Arzt namens Bartfratze? Ein fieser Hausmeister, der Berufseinsteiger mit Gaffer Tape an die Decke klebt? Ein Chirurg, der sexistische Witze erzählt und dafür Flossen, also High Fives, fordert? Das würde so heute niemand mehr drehen. Und eigentlich war die Geschichte der drei jungen Ärzte J.D., Turk und Elliot, die nach dem Medizinstudium in die Arbeitswelt geworfen werden, nach neun Staffeln auserzählt. Irgendwann ist man schließlich kein Anfänger mehr.
Für wen das „Scrubs“-Revival geeignet ist
Und doch ist das Scrubs-Revival erfrischend. Man muss zum Beispiel kein Scrubs-Experte sein, um seinen Spaß mit den neuen Folgen zu haben. Es reicht, die Figuren in ihren Grundzügen zu kennen. Denn dieses Revival surft nicht auf der Nostalgiewelle, sondern erzählt neue Geschichten von deutlich reiferen Protagonisten. J.D., Turk und Elliot sind jetzt in ihren Vierzigern und finden sich in neuen Rollen wieder: Sie müssen Berufseinsteiger für die Medizin begeistern, während sie immer mehr mit dem starren US-Gesundheitssystem hadern, das Gewinne über das Patientenwohl stellt. Deshalb wirkt der Serienpatient „Scrubs“ trotz der ein oder anderen Falte im Gesicht frischer als je zuvor.

