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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Arbeit im Umbruch: Berufsberatung zu Künstlicher Intelligenz
Wissen

Arbeit im Umbruch: Berufsberatung zu Künstlicher Intelligenz

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 31. März 2026 09:47
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Aktuell hemmt der Iran-Krieg den Aufschwung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Allerdings steht dieser schon seit Jahren vor großen Veränderungen, unter anderem durch die Künstliche Intelligenz. Die Berufsberatung will darauf vorbereiten.

Inhaltsübersicht
Berufsberater kommt in die SchuleEinfluss der KI auf den WunschberufJob-Futuromat berechnet KI-Anteil im JobArbeitswelt verändert sichWie Jugendliche auf KI im Job vorbereiten?Keine Angst vor der Zukunft

Berufsberater kommt in die Schule

In der Klasse 10b der Staatlichen Realschule im oberfränkischen Burgkunstadt geht es heute nicht um Vokabeln oder Formeln. Es geht darum, welchen Einfluss die Künstliche Intelligenz – kurz KI – auf ihren Wunschberuf oder die Ausbildung hat, die sie ab Herbst beginnen. Deshalb ist Michael Wolf von der Arbeitsagentur Lichtenfels zu den rund 20 Schülerinnen und Schülern ins Klassenzimmer gekommen. Er will sie nicht zu KI-Experten ausbilden, sondern fit für die Zukunft machen.

Einfluss der KI auf den Wunschberuf

Der Berufsberater projiziert das Bild eines Mal-Roboters, der eine Wand streicht, an das Whiteboard. „Ich wollte euch mal zeigen, was aktuell Sache ist“, sagt er. Anschließend sollen die gut 20 Schülerinnen und Schüler aufschreiben, was ihr Berufsziel ist. Sie schreiben Physiotherapeutin, Erzieherin, Kfz-Mechatroniker und Versicherungskaufmann auf die Karten. Anschließend sollen sie einschätzen, wie hoch der Einfluss der KI auf ihren Beruf sein wird. Emma möchte Erzieherin werden: „Es kann keine KI die Kinder im Kindergarten betreuen“, sagt Emma.

Job-Futuromat berechnet KI-Anteil im Job

An diesem Vormittag ist auch Jürgen Reinhold vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit im Klassenzimmer. Er stellt den „Job-Futuromat“ vor. Das kostenlose Online-Tool macht sichtbar, wie stark Berufe durch digitale Technologien wie Roboter oder Künstliche Intelligenz (KI) verändert werden. Dabei zeigt er an, wie viel Prozent der Tätigkeiten eines Berufes von Technik übernommen werden können. Ole, der bald eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann beginnt, probiert den Job-Futuromaten aus. Und er gibt an, welche Tätigkeiten er vornehmlich machen will. Der Futoromat zeigt an: Je mehr Kundenkontakt er hat, desto geringer ist der Anteil automatisierbarer Arbeit. Der 16-Jährige findet das hilfreich. „Man informiert sich jetzt mehr über die KI“, sagt er. Angst, dass sein Wunschberuf verschwinden könne, habe er nicht.

Arbeitswelt verändert sich

Deutschlands Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) rechnet mit dramatischen Arbeitsplatzverlusten durch KI. Ihm zufolge werden Programmierer und Callcenter-Jobs von der Künstlichen Intelligenz übernommen. KI könne aber auch zu Wachstum und neuen Geschäftsmodellen führen. Zu diesem Schluss kommt auch eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom November 2025. „Gefragt sind künftig andere Tätigkeiten und Kompetenzen, nicht weniger Arbeit“, sagte dazu der Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“, Enzo Weber.

Wie Jugendliche auf KI im Job vorbereiten?

Wie Bildung auf die digitale Entwicklung ausgerichtet werden sollte, damit beschäftigt sich die Soziologin Professorin Isa Jahnke von der Technischen Universität Nürnberg (UTN). Sie findet, dass die Auswirkungen der KI auf Bildung und Arbeitswelt derzeit zu wenig beachtet würden. Wir müssten doch wissen, wie KI Berufe verändere, sagt sie. „Diese Debatten werden zurzeit nicht geführt“, sagt Jahnke. Vor allem lebenslanges Lernen werde immer wichtiger.

Keine Angst vor der Zukunft

Im oberfränkischen Burgkunstadt will Berufsberater Michael Wolf die Jugendlichen darauf vorbereiten, dass sich die Arbeitswelt verändert und dass Neugier und lebenslanges Lernen für sie dazu gehören wird. Der 15-jährigen Lina ist das bewusst. Im Herbst beginnt sie eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten. „So kann ich mich weiter fortbilden und das ist einfach schön, wenn man nicht immer das Gleiche machen muss.“ Michael Wolf möchte, dass die Schülerinnen und Schüler den digitalen Fortschritt und die Künstliche Intelligenz als Chance begreifen: „Da ist es einfach wichtig, mit einem guten Gefühl in die Berufswelt zu starten, sich bewusst zu sein, dass man handelnder Akteur ist.“

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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