Er war einer der originellsten und lustigsten Popstars der letzten Jahre: US-Sänger Oliver Tree. Sein Look – Topfschnitt und bizarre knallbunte Klamotten – hatte maximalen Wiedererkennungswert. Und mit seinen Songs hatte der 32-Jährige immensen Erfolg: über 700 Millionen Streams auf Spotify hat zum Beispiel „Life Goes On“. Und in Deutschland bekannt ist vor allem „Miss You“, das in Kooperation mit dem deutschen Hit-Produzenten Robin Schulz entstanden ist.
Entsprechend groß war das Entsetzen, als sich am Sonntag in den sozialen Medien wie ein Lauffeuer die Nachricht verbreitete, dass Oliver Tree bei einem Hubschrauberabsturz in Brasilien gestorben ist. Mit ihm sollen fünf weitere Menschen bei dem Unfall ums Leben gekommen sein. Viele Fans und Künstler trauern seitdem um Oliver Tree, posten Nachrufe und Erinnerungen.
Musiker und Meme
Vor allem jüngere Menschen konnten sich mit ihm identifizieren. Was auch daran liegt, dass er auf TikTok sehr präsent war. Er war Musiker, aber auch Influencer. Ständig hat er kurze Videos gemacht, die extrem hohe Abrufzahlen hatten. Auch, weil sie einfach lustig waren. 2020 zum Beispiel, als sein Debüt-Album veröffentlicht wurde, hat er Videos mit dem größten Scooter der Welt gemacht: Er hat sich einen Alu-Tretroller bauen lassen, der drei oder viermal größer war als er, fuhr damit durch Wohngebiete, und wurde natürlich von der Polizei aufgehalten. Inhalte, die wie gemacht sind für TikTok.
Entsprechend war die Plattform für seine Karriere mindestens so wichtig wie die Musik. Denn was man bei Oliver Tree immer bedenken muss: Alles war perfekt geplant. Er hat Marketing als Kunstform betrachtet und sich mit der Frage beschäftigt, wie man selbst zum Meme wird. Daran hat er gearbeitet – und es auch geschafft.
Verrückt, aber nie oberflächlich
Kollegen aus der Musikszene haben ihn zudem als überaus liebenswürdigen Menschen beschrieben, der einerseits immer verrückte Ideen hatte, andererseits kein bisschen oberflächlich war. In einem Interview sagte er einmal, dass er nicht das Gefühl habe, dass das Geld, dass er verdient, ihm allein gehöre. Er wollte, dass sein Vermögen nach seinem Tod Künstlern zugute kommt, dafür wollte er einen Fonds anlegen. Selbstironisch meinte er: Er habe das Gefühl, dass seine Kunst nach seinem Tod noch an Wert gewinnen könnte.
Das Helikopterunglück, bei dem er am Wochenende ums Leben gekommen ist, wird noch immer untersucht. Brasilianische Behören rekonstruieren derzeit den Unfallhergang, werten unter anderem Videos aus, die Oliver Tree und andere vor dem Unglück gepostet haben. Bekannt ist, dass er am 6. Juni einen Auftritt in São Paolo hatte. Gestorben ist er in Rio De Janeiro, offenbar wollte er am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr mit vier Begleitern zu einer Insel aufbrechen. Dabei kam es zur Kollision zweier Hubschrauber. Mehr ist noch nicht bekannt, die Polizei hat bestätigt, dass der Fall weiter untersucht wird.

