Er nennt sich „größte Sparplattform für Wertpapiere in Europa“ und will laut Werbeaussage Millionen Menschen ermöglichen, Vermögen aufzubauen: So wirbt der Online-Finanzdienstleister „Trade Republic“ um Kunden. Über eine App auf dem Smartphone können diese Geld in Aktien und ETFs investieren. Jetzt sind mehrere mittelfränkische Nutzer des sogenannten Neobrokers Opfer einer Betrugsmasche geworden und haben mehrere Hunderttausend Euro verloren. Auch im nördlichen Oberbayern wurden mehrere Betrugsfälle gemeldet.
Betrüger führen mehrstündige Telefonate mit Opfern
Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, erhielten Nutzer der Plattform E-Mails und SMS, die vermeintlich von „Trade Republic“ stammten. Darin wurden sie aufgefordert, Guthaben über eine App auf ein Wallet zu transferieren – angeblich, um das Geld zu retten.
Laut den Ermittlern führten die Betrüger zum Teil mehrstündige Telefonate, in denen sie ihre Opfer bei der Durchführung des Geldtransfers anleiteten. Anschließend transferierten die Täter das Guthaben weiter, sodass es für die Betrugsopfer nicht mehr verfügbar war. Die angezeigten Ermittlungsverfahren werden durch die mittelfränkische Kriminalpolizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft geführt.
Vorsicht bei vermeintlichen Trade-Republic-Nachrichten
Aktuell warnt „Trade Republic“ seine Kunden vor der Masche. Die Firma fordere niemanden dazu auf, eine Telefonnummer anzurufen oder einen Link anzuklicken, um ein Sicherheitsproblem zu lösen.
Die Trade Republic Bank GmbH ist nach eigenen Angaben eine deutsche Vollbank – also ein Kreditinstitut, das nahezu alle Bankdienstleistungen für alle Kundengruppen anbieten darf – und wird von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) beaufsichtigt.

