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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Bezahlbares Wohnen: Gibt es zu wenig Fördergeld?
Wirtschaft

Bezahlbares Wohnen: Gibt es zu wenig Fördergeld?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 4. Juni 2025 15:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Julia Fritz und Dominik Pfeiffer haben sich einen Traum erfüllt: Dank ihres Beitritts zur Wohnungsbaugenossenschaft Siebendächer in Memmingen haben sie seit einem halben Jahr eine sichere Wohnung zum erschwinglichen Preis in einem Reihenhaus. Zuvor bezahlten sie „in der Stadtwohnung für 60 Quadratmeter 1.200 Euro“, sagt Dominik Pfeiffer. Jetzt haben sie rund 30 Quadratmeter mehr und sparen noch „drei-, vierhundert Euro im Monat“.

Inhaltsübersicht
„Dann sind Sie Mieter, wenn Sie möchten, auf Lebenszeit“Bauministerium fordert auch private Investitionen„Flächen, auf denen man noch neu bauen kann, sind begrenzt“„Staatlich geförderte Wohnungen sollen nicht mehr aus der Bindung fallen“„Man wird hier nicht nur geduldet, sondern man wohnt hier“

„Dann sind Sie Mieter, wenn Sie möchten, auf Lebenszeit“

Genossenschaften schütten keine Gewinne, etwa an Aktionäre, aus. Bei den insgesamt gut 1.000 Wohnungen im Bestand der Siebendächer liegt die Durchschnittsmiete bei rund 6,70 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Mietpreis aller Wohnungen in Memmingen liegt bei rund 12 Euro pro Quadratmeter.

80 Wohnungen konnte die Siebendächer letztes Jahr neu vergeben. Über 1.000 Interessenten warten noch. Denn die Wohnungen sind nicht nur vergleichsweise günstig. Wenn man auf der Warteliste steht und irgendwann zum Zug kommt, „dann sind Sie Mieter, wenn Sie möchten, auf Lebenszeit“, sagt Vorstand Markus Sonntag.

Bauministerium fordert auch private Investitionen

Für genossenschaftliche Bauvorhaben gibt es Fördergelder. Doch heuer sind die Fördertöpfe schon leer, manches Bauvorhaben stockt. Städtetag und Mieterbund fordern daher mehr Geld vom Staat. „Mit Bewilligungsmitteln in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro in den letzten zwei Jahren“ passiere im Vergleich zu früheren Jahren „gegenwärtig im Bereich des geförderten Wohnungsbaus in Bayern so viel wie noch nie“, heißt es dazu aus dem Bauministerium. Gleichzeitig seien private Investitionen nötig. Bessere steuerliche Rahmenbedingungen im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung würden entsprechende Anreize schaffen.

„Flächen, auf denen man noch neu bauen kann, sind begrenzt“

In München baut die erst 2018 gegründete Genossenschaft „Das große kleine Haus e.G.“ gerade ihr erstes Gebäude, mit mehr als 20 Wohnungen sowie Gewerbeflächen. In einer Großstadt wie München stehen Genossenschaften noch vor anderen Herausforderungen, meint Gründungsmitglied Julius Klaffke mit Blick auf künftige Bauvorhaben. „Die Flächen, auf denen man noch neu bauen kann, sind begrenzt“, sagt er. In Zukunft werde es eher darum gehen, „Bestandsimmobilien zu erweitern und umzubauen“.

„Staatlich geförderte Wohnungen sollen nicht mehr aus der Bindung fallen“

Der Verband der Wohnungswirtschaft (VdW) betreut die Bauvorhaben von Genossenschaften. Fördergeld vom Staat ist dabei auch an gedeckelte Mieten geknüpft. „Wenn diese Förderbedingungen zum Beispiel nach 25 Jahren wegfallen, erhöhen unsere Mitgliedsunternehmen nicht ad hoc die Miete“, sagt Verbandsdirektor Andreas Pritschet. Dass solche Vorgaben wie auch eine Belegungsbindung an bestimmte Einkommensgruppen irgendwann wegfallen, kritisiert der Bayerische Mieterbund. „Einmal gefördert – immer gefördert, staatlich geförderte Wohnungen sollen nicht mehr aus der Bindung fallen“, meint Geschäftsführerin Monika Schmid-Balzert.

„Man wird hier nicht nur geduldet, sondern man wohnt hier“

Julia Fritz und Dominik Pfeiffer wollen aus ihrem Genossenschafts-Häuschen in Memmingen vielleicht nie mehr weg. „Da fühlt man sich einfach mehr zu Hause, wie in einer anderen Wohnung, weil man weiß, man wird hier nicht nur geduldet, sondern man wohnt hier“, sagt Julia Pfeiffer.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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