Raketen und Drohnen aus dem Iran bedrohen am Persischen Golf zahlreiche Nachbarländer des Regimes. Vor allem Staaten, die eng mit den USA zusammenarbeiten und US-Stützpunkte haben, hat der Iran ins Visier genommen. Dazu zählen wichtige Öl- und Erdgasförderländer wie Saudi-Arabien, Katar, Dubai, Bahrain und der Irak. Behindert werden dadurch die Förderung, die Verarbeitung, beispielsweise in Raffinerien, und der Transport von Öl, Gas und Diesel.
Hier spielt die Straße von Hormus eine zentrale Rolle. Durch die Meeresenge wird rund 20 Prozent des weltweiten Erdölbedarfs transportiert. Derzeit ist sie für die rund 17 Millionen Barrel Rohöl, die hier sonst täglich verschifft werden, unpassierbar. Das entspricht in etwa der Transportmenge von fünf bis sechs Supertankern.
So wirkt sich der Irankrieg auf die Rohölpreise in Deutschland aus
Deutschland ist von den Lieferschwierigkeiten aus der Region nur indirekt betroffen. Das Rohöl, das hier verarbeitet wird, kommt im Wesentlichen aus anderen Ländern – vor allem aus den USA, Norwegen und Kasachstan, aber auch aus Libyen oder beispielsweise Großbritannien.
Ein direktes Problem bei der Versorgung gibt es also nicht – allerdings bei den Preisen. Denn der Engpass auf dem Weltmarkt führt dazu, dass Rohöl insgesamt knapper wird. An den Rohölbörsen ist das Öl deshalb teurer geworden. Das schlägt auch auf die Verträge durch, die Deutschland mit seinen Lieferanten hat.

