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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Tourismus: Urlaub geht in die Herbst-Verlängerung
Wirtschaft

Tourismus: Urlaub geht in die Herbst-Verlängerung

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 3. November 2025 09:52
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Ein Strand auf Sizilien, das kristallklare Wasser rauscht geduldig Welle für Welle über den weißen Sand. Barfuß läuft Veronika Söllner durch das seichte Wasser. Die Sonne scheint und das Mittelmeer ist noch warm, obwohl schon Oktober ist. Zusammen mit ihrer Mutter macht Veronika Söllner einen Kurztrip nach Catania an der Ostküste Siziliens. „Im Hochsommer sind die Strände überfüllt und Parkplätze schwer zu finden“, sagt sie. „Jetzt ist alles leer. Das ist ein Traum.“

Inhaltsübersicht
Deutscher Reiseverband: Hauptsaison bleibt der SommerDeutsche reisen länger: Tourismusbranche passt sich anStudie: Reisesaison geht in die VerlängerungTourismus: Corona-Pandemie überwundenHerausforderungen: Massentourismus und Klimawandel

Mutter und Tochter reisen gerne im Herbst in italienische Städte. Sie genießen die Wärme und die Sonne, die im Oktober in Bayern nicht mehr ganz so stark scheint. Die milderen Temperaturen auf Sizilien im Herbst sind für sie ein Vorteil. „Wir wollen viel anschauen und dafür ist es natürlich schöner, wenn es nicht so heiß ist“, sagt sie.

Deutscher Reiseverband: Hauptsaison bleibt der Sommer

Weniger Hitze, weniger Menschen, mehr Qualität – viele schätzen diese Vorteile eines Herbsturlaubs. Auch wenn der Sommer nach wie vor die Hauptsaison bleibt, sind Frühjahr und Herbst inzwischen zu „sehr nachgefragten Reisezeiten geworden“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV). Viele Familien nutzen die Herbstferien aus seiner Sicht, um den Sommer zu verlängern.

Deutsche reisen länger: Tourismusbranche passt sich an

Dieses Reiseverhalten verändert die Tourismusbranche. Die Kanaren waren immer beliebte Ziele im Herbst und Winter. Nun versuchten zunehmend Mittelmeerregionen, wie die griechischen Inseln, die Türkei und Italien, Touristen auch nach dem Sommer anzulocken, sagt Schäfer. Hotels und Restaurants bleiben dafür länger geöffnet.

Auch Fluggesellschaften reagieren auf die Saisonverlängerung. Zum Beispiel fliegt der Reiseanbieter TUI bis November nach Kreta und Rhodos. Vom Flughafen Memmingen geht es ab Ende Oktober unter anderem nach Alicante in Spanien oder Palermo in Italien. Die griechische Airline Aegean Air bietet seit diesem Jahr zum ersten Mal den ganzen Winter über Flüge von München nach Heraklion auf Kreta.

Studie: Reisesaison geht in die Verlängerung

Das Reiseportal Holidaycheck berichtet, dass das Angebot gut angenommen wird. Es hat den Trend „Reisesaison geht in die Verlängerung“ auf seiner eigenen Plattform untersucht. Der Oktober ist inzwischen der reisestärkste Monat auf dem Portal, heißt es. Auch für November und Dezember steigen die Buchungszahlen. Das sei „ein klares Signal dafür, dass sich das Reiseverhalten zunehmend in die Nebensaison verschiebt“.

Viele reisen im Herbst und Winter, um von günstigeren Preisen in der Nebensaison zu profitieren, sagt Schäfer vom DRV. Das Reiseportal Holidaycheck hat die Preise für eine einwöchige Pauschalreise mit Transfer und mindestens einer Verpflegung am Tag verglichen. An der türkischen Ägäis ist eine solche Reise laut dem Reiseportal Ende September bis Mitte Oktober über 30 Prozent günstiger als im Sommer. Auf Sardinien und den griechischen Inseln kann man rund zwanzig Prozent sparen.

Tourismus: Corona-Pandemie überwunden

„Die Reisetätigkeit ist wieder voll da“, freut sich Schäfer. Die Einbrüche während der Corona-Pandemie sind in der Tourismusbranche überwunden. Vergangenes Jahr gab es sogar einen Rekord. Mehr als 56 Millionen Deutsche sind 2024 in den Urlaub gefahren, meldet das Statistische Bundesamt.

In diesem Herbst und Winter ist die Nachfrage laut Schäfer nach Kreuzfahrten „extrem stark“. Mit dem Schiff fahren die Deutschen am liebsten in Richtung Afrika oder Südostasien. Abgesehen davon geht es für viele in eines der klassischen Reiseländer: auf die Kanarischen Inseln, nach Ägypten, Tunesien, in die Türkei oder nach Griechenland. Das Lieblingsreiseland der Deutschen im europäischen Ausland ist nach wie vor Spanien.

Herausforderungen: Massentourismus und Klimawandel

Wie manch andere südeuropäische Länder sieht sich auch Spanien zwei großen Herausforderungen gegenüber: Dem Massentourismus und dem Klimawandel. Es möchte die Besuchermengen entzerren und versuchen, Touristen in die weniger bekannten Regionen zu bringen, zum Beispiel in die Extremadura. Italien wirbt damit, dass gerade Menschen aus Bayern klimafreundlich mit dem Zug anreisen können.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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