Einige versuchen es diskret, andere machen dem Elefanten im Tierpark Konkurrenz: Die Rede ist vom Naseschnäuzen. Wie jemand sich die Nase putzt, ist nicht nur eine Frage des Stils, sondern auch der Gesundheit. Kräftiges Naseputzen kann nicht nur der Nase, sondern auch umliegenden Strukturen schaden, denn beim „Trompeten“ entsteht ein hoher Druck im Nasenraum.
Schonendes Naseputzen schützt Nebenhöhlen und Ohren
Sanftes Putzen hingegen verhindert, dass Schleim in die Nebenhöhlen oder ins Mittelohr gedrückt wird. Dadurch sinkt das Risiko für Sinusitis oder Mittelohrentzündungen und die empfindlichen Strukturen in Nase und Ohr werden geschont. Die Hals-Nasen-Ohren-Ärzte im Netz (externer Link) empfehlen: „Bei Schnupfen sollten Sie die Nase nur vorsichtig putzen, da sonst der Schleim in die Nebenhöhlen oder auch in das Mittelohr katapultiert wird. Ein Nasenloch sollte dabei zugehalten werden.“
Nasehochziehen: Eine schonendere Alternative
Ein weiterer Tipp, der alles andere als vornehm klingt, ist das Nasehochziehen. In der Regel ist dies schonender als kräftiges Schnäuzen. Während beim Schnäuzen mit hohem Druck das Nasensekret nicht nur nach außen, sondern auch in die Nebenhöhlen oder Richtung Mittelohr gepresst wird, entsteht beim Hochziehen ein leichter Unterdruck.
Das Sekret gelangt in den Rachenraum und kann entweder ausgespuckt oder geschluckt werden. Im Magen werden die Bakterien durch die Magensäure unschädlich gemacht. Dieser Vorgang entspricht auch dem physiologischen Sekretweg, den die Flimmerhärchen in der Nase normalerweise nutzen, um Schleim abzutransportieren.
Nasenspülungen – effektive Unterstützung für die Nasengesundheit
Nasenspülungen können die Nasengesundheit zusätzlich unterstützen und Beschwerden lindern. Bei Problemen der oberen Atemwege, etwa chronischer Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis), Heuschnupfen oder verstopfter Nase durch Erkältung, hilft das Spülen mit einer lauwarmen Salzlösung, Schleim, Allergene und Reizstoffe aus den Nasengängen zu entfernen.
Dadurch wird die natürliche Selbstreinigungsfunktion der Nase unterstützt, und die Atemwege können wieder freier durchatmen. Studienlage und Expertenbewertungen (externer Link) zeigen, dass Nasenspülungen besonders bei chronischen Beschwerden wirksam sind, während der Nutzen bei akuten Infekten noch nicht eindeutig belegt ist. Eine korrekte Anwendung, mit passender Salzkonzentration und sauberer Technik, ist entscheidend, um Reizungen oder Nebenwirkungen zu vermeiden.
Wie Schnupfen entsteht
Aber wie kommt es überhaupt zu Schnupfen und vermehrtem Schleim? Schnupfen kann von über 200 verschiedenen Viren und Bakterien ausgelöst werden. Diese Erreger befallen die Schleimhaut der Nase, docken an den Zellen an und dringen in sie ein. Dort programmieren sie die Zellen um, sodass sie nur noch neue Erreger produzieren. Anschließend sterben die Zellen ab und die Viren oder Bakterien vermehren sich explosionsartig.
Der Körper reagiert darauf: Die Schleimhaut entzündet sich und produziert verstärkt Schleim. Dieser soll die Erreger wegschwemmen und die Nase von potenziell schädlichen Partikeln reinigen.

