Klimaziele werden abgeschwächt, Umweltauflagen gelockert. Diese Schwerpunkte der Tagespolitik haben die Umweltverbände in Bayern zuletzt schwer beschäftigt. Der Bund Naturschutz in Bayern, der größte bayerische Umweltverband, hat nun Bilanz über das Jahr 2025 gezogen und einen Ausblick auf 2026 gegeben.
Naturschutzmittel wider Erwarten leicht gestiegen
Vor einem Jahr um die Weihnachtszeit war Martin Geilhufe noch Landesbeauftragter des Bund Naturschutz in Bayern, inzwischen ist er dessen Vorsitzender. Damals hatte er vor allem eine Sorge: Staatliche Gelder für den Naturschutz sollten massiv gekürzt werden. Doch es kam anders. Die Mittel seien im aktuellen Haushalt sogar leicht gestiegen. Ein Dank dafür ging an Bayerns Umweltminister Torsten Glauber von den Freien Wählern. Für die Umweltschützer des Bund Naturschutz ist es aber auch ein Erfolg ihrer Arbeit. Die sei wichtiger denn je, meint der BN-Vorsitzende: “Wir sind diejenigen, die den Lebewesen eine Stimme geben und Anwalt für das Gemeinwohl sind.“
BN kritisiert Verschiebung von Klimazielen
Eine riesige Enttäuschung sei die Abkehr der Staatsregierung vom Ziel Klimaneutralität bis 2040 gewesen – sagt Beate Rutkowski, die stellvertretende Landesvorsitzende, denn „die Klimakrise lässt sich nicht verschieben. Die ist schon da.“
Doch der Bund Naturschutz will zeigen, dass ökologisches Handeln kein Hindernis für die Wirtschaft sein muss. BN-Vorsitzender Martin Geilhufe meint dabei vor allem die Chancen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Geschichte habe gezeigt, dass Umweltschutz Arbeitsplätze schafft. „Das sind gute Arbeitsplätze, weil sie klimafreundlich sind und damit zukunftsfähig“, so Geilhufe.
Klimaschutz – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
Dass Naturschutz angesichts zahlreicher internationaler Krisen gerade einen schwierigen Stand hat, ist für den Umweltschutzverband eine Herausforderung. Martin Geilhufe: „Wir spüren, dass gesellschaftliche Unsicherheiten, globale Krisen und wirtschaftlicher Druck viele Menschen beschäftigen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, wie unverzichtbar Natur- und Klimaschutz für eine stabile Zukunft sind.“ Der BN kündigte an, hier weiter Druck zu machen und verwies auf konkrete Aktionen wie z.B. die Proteste gegen die Gasbohrungen am Ammersee und eine Petition an den Bayerischen Landtag.

