Bad Bunny positioniert sich gegen aktuelle US-Politik
Schon länger bekannt war, dass der puerto-ricanische Rapper Bad Bunny die prestigeträchtige Viertelstunde während der Halbzeitpause bespielen darf. Und auch er ist nicht als Trump-Freund bekannt. Ganz im Gegenteil: Der 31-jährige Musiker hat sich in der Vergangenheit schon oft gegen die aktuelle US-amerikanische Politik positioniert. Und sogar echte Konsequenzen gezogen: Bei seiner nächsten Welttournee gibt es keine Auftritte in den USA. Zu groß sei laut ihm die Gefahr, dass die Einwanderungsbehörde ICE auf Verdacht auf seinen Konzerten Razzien durchführen könnte, die anschließend vielleicht sogar zu Abschiebungen führen.
Bad Bunny, der bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio heißt, kommt aus Vega Baja, einer Kleinstadt an der Nordküste Puerto Ricos. Früher stand er an der Supermarktkasse, stellte seine Songs auf SoundCloud und wurde damit zu einem der meistgehörten Künstler der Welt. Mit seinem Auftritt bei der Halbzeit-Show wird er der erste Künstler sein, der die komplette Show auf Spanisch performt.
Konservative Kritik an der Entscheidung für Bad Bunny
Die bereits im Herbst verkündete Entscheidung löste eine hitzige Debatte in den USA aus. Konservative Politiker und Trump-nahe Gruppen kritisieren die Wahl als „politisches Statement“ und forderten eine „All-American“-Alternative. So kündigte Turning Point USA, die rechtsgerichtete Organisation, die vom getöteten Influencer Charlie Kirk gegründet wurde, an, eine separate Halbzeitshow zum Super Bowl anzubieten (externer Link).
US-Präsident Donald Trump nannte die Wahl von Bad Bunny „absolut lächerlich“, obwohl er auch zugab: „Ich habe noch nie von ihm gehört.“
Roger Goodell, NFL-Commissioner und damit Chef der Liga, hielt dagegen: Bad Bunny sei einer der beliebtesten Entertainer der Welt. „Solche Künstler wollen wir bekommen. Die Wahl ist sorgfältig durchdacht.“ Der Funktionär verwies zudem auf vergangene Auftritte – auch dort hätten diverse Künstler im Vorfeld „Gegenreaktionen oder Kritik“ hervorgerufen.
Im vergangenen Jahr war der Rapper Kendrick Lamar aufgetreten. Und schon seine Performance im Beisein von Donald Trump galt als es eine der politischsten in der Geschichte des Super Bowl. Man darf also gespannt sein, wie politisch es bei Green Day und Bad Bunny zugehen wird.
Mit Material von dpa

