Teilweise kam es an bayerischen Tankstellen zu Hamsterkäufen und in einem Fall in Augsburg sogar zu einer Auseinandersetzung zwischen Wartenden. Am Dienstag kostete zum Beispiel ein Liter Diesel an einigen Münchener Tankstellen mehr als zwei Euro.
Und das, obwohl das dafür verarbeitete Rohöl noch lange vor den jüngsten Preissprüngen eingekauft worden war. Verbands-Sprecher von Gersdorf verteidigt diese Praxis. So müsse die Mineralölwirtschaft jetzt mit deutlichen Preisanhebungen quasi vorsorgen, um dann frisches Rohöl zu erheblich gestiegenen Weltmarkt-Notierungen einkaufen zu können.
Kritik an fehlender Transparenz bei Kraftstoffpreisen
Verbraucherschützer und auch das Bundeskartellamt hatten allerdings schon in der Vergangenheit immer wieder Zweifel an dieser Argumentation. Dazu kommt grundsätzliche Kritik. So ist es aus Sicht von Verbraucherschützern für Autofahrer in Deutschland nicht einfach, Preisvergleiche zwischen verschiedenen Tankstellen anzustellen. Denn die Betreiber ändern die Preise pro Tag mehrmals, oft 20 Mal und mehr.
Diese Praxis ist auch dem Bundeskartellamt ein Dorn im Auge. Die Bonner Behörde mahnt schon seit längerem Änderungen an. Vorbild könnte zum Beispiel Österreich sein. Dort dürfen Tankstellen nur einmal am Tag die Preise erhöhen, und zwar mittags. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich. Ähnliches könnte künftig auch in Deutschland gelten. Der Bundesrat hat im vergangenen Herbst die Bundesregierung aufgefordert (externer Link), für stabilere und transparente Preise zu sorgen und dabei explizit das Beispiel Österreich genannt.
Was können Autofahrer bei hohen Spritpreisen tun?
Bis zu einer möglichen Gesetzesänderung und damit mehr Transparenz sind deutsche Autofahrer also darauf angewiesen, sich selbst einen Überblick über die Spritpreise zu verschaffen. Allerdings gibt es dabei einige Tipps und Faustregeln. Einen Preisvergleich ermöglichen zum Beispiel mehrere Apps und Online-Plattformen, wie sie unter anderem der ADAC anbietet.
Der Automobilverband hat auch errechnet, dass sich die Preise je nach Tageszeit (externer Link) deutlich unterscheiden können. Demnach ist Tanken in den Morgenstunden während des Berufsverkehrs besonders teuer. Günstiger kommt man in der Regel weg, wenn man den Tank abends zwischen 18 und 21 Uhr auffüllt.
Darüber hinaus weist die staatliche Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (externer Link) darauf hin, dass es besonders teuer ist, an Autobahnraststätten zu tanken. Im vergangenen Jahr betrug dort der Preisaufschlag zu den sonstigen Tankstellen beim Diesel rund 44 beim Benzin E5 bei und 45 Cent pro Liter.

