Heute Nacht fallen Sternschnuppen: Die Lyriden, die jedes Jahr im Frühling über den Himmel ziehen, erreichen in diesem Jahr ihr Maximum in der Nacht vom 22. auf den 23. April.
Lyriden-Sternschnuppen: Beste Chancen in frühen Morgenstunden
Mit den rund 20 Sternschnuppen pro Stunde ist der Sternschnuppenregen nicht massiv, sondern eher ein zartes, leuchtendes Tröpfeln. Und das ist am besten zu sehen, wenn man in Richtung des Sternbilds blickt, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen: dem Sternbild Leier. Der Radiant – das ist der scheinbare Ausstrahlungspunkt der Meteore – liegt nah beim hellsten Stern der Leier, der Wega.
Das Sternbild geht am Donnerstag gegen 22 Uhr gerade erst im Osten auf. Und deshalb gilt für Beobachter: je später, desto besser. Schon ab Mitternacht steht das Sternbild günstig hoch für Sternschnuppen. Und am besten für Beobachter sind die frühen Morgenstunden des 23. April, wenn das Sternbild hoch im Südosten am Himmel steht.
Das Sternbild Leier ist eine Raute aus vier Sternen mit einem sehr hellen fünften Stern als Vorsatz, der Hauptstern Wega. Von dem Sternbild aus scheinen die Sternschnuppen in alle Richtungen auszustrahlen. Vom Sternbild Leier (lat.: Lyra) haben die Lyriden auch ihren Namen.
Mond macht kaum Sichtprobleme
Dass es 20 Sternschnuppen pro Stunde geben könnte, gilt nur für optimale Bedingungen, die oft nicht gegeben sind. Der Blick in den Himmel könnte sich für Sternschnuppenfans aber trotzdem lohnen, meint die Astronomin Caroline Diefke. Die eine oder andere Sternschnuppe kriege man sicherlich zu Gesicht. Und: Die Bedingungen seien dieses Jahr nicht schlecht. Immerhin sei der Mond in diesem Jahr kein besonderes Problem, so Liefke, gerade nach Mitternacht, wenn die Mondsichel schon tief am Horizont liegt und die Sternschnuppen nicht überstrahlt.
Die Jagd auf Lyridensternschnuppen erfordert etwas Geduld. Natürlich sollten künstliche Lichtquellen in der Stadt oder entlang von Straßen am besten vermieden werden. Die Augen müssen sich an die Dunkelheit gewöhnen. Auch ein Blick aufs Smartphone ist deshalb nicht ratsam.
Wie Sternschnuppen entstehen
Wenn ein Staubkorn in die Erdatmosphäre eindringt und verglüht, dann flitzt eine Sternschnuppe über den Himmel. Außer bei sehr großen Brocken sehen Sie aber meist nicht das verglühende Staubkorn selbst, sondern nur seine Lichtspur, einen „Meteor“. Denn selbst lichterloh brennend ist das Partikelchen viel zu klein, um von der Erdoberfläche aus sichtbar zu sein. Doch es schlägt mit solcher Wucht und Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein, dass es die Sauerstoff- oder andere Gas-Atome darin zum Leuchten anregt. Und das sehen Sie: als Sternschnuppe.
Meteoriten, Meteoriden, Meteore – was ist der Unterschied?
Viele Sternschnuppen kommen ganz regelmäßig, wie die Perseiden im August, die Geminiden im Dezember oder eben die Lyriden im April. Denn so ein Meteor-Schwarm ist die Staubspur eines Kometen, die der einst bei einer seiner Runden um die Sonne hinterlassen hat und die die Erde danach regelmäßig kreuzt. Die Lyriden sind abgesplitterte Bruchstücke des Kometen C/1861 G1 (Thatcher), durch die die Erde auf ihrer Umlaufbahn zieht.
Mit Informationen von ARD Wissenschaftsredaktion und dpa

