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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Berlinale: Tuttle bleibt und soll „Berater“ zur Seite bekommen
Kultur

Berlinale: Tuttle bleibt und soll „Berater“ zur Seite bekommen

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 5. März 2026 09:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Tricia Tuttle bleibt Chefin der Berlinale, muss aber Vorgaben akzeptieren. Geplant sind ein „beratendes Forum“ sowie die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes für alle Kulturveranstaltungen des Bundes, wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nach einer Krisensitzung im Kanzleramt mitteilte. Es handele sich um „Empfehlungen“ zur Stärkung des Festivals, um es langfristig weiterzuentwickeln und ihre gesellschaftliche Akzeptanz sowie die wirtschaftliche Stabilität abzusichern.

Inhaltsübersicht
Fragen im Kulturausschuss an WeimerStreit über Rede bei GalaAuch Berlinale spricht von Empfehlungen – „keine Bedingungen“Wer ist die Chefin der Berlinale?Aus dem Süden der USA nach London

Fragen im Kulturausschuss an Weimer

Im Kulturausschuss des Bundestags wurde Weimer gefragt, wie verbindlich diese Empfehlungen seien, doch beantwortete er dies nicht konkret. Er sagte nur, bei der diesjährigen Berlinale seien Dinge entgleist. „Wenn Entgleisungen mehrfach passieren, bis hin zu den Ereignissen des letzten Tages, dann sind wir als verantwortliche Aufsichtsräte schon gehalten zu fragen: Moment mal, können wir vielleicht Verfahren finden, Strukturen finden, Hilfestellung bieten, dass das in Zukunft unterbleibt. Und ich glaube, da haben wir jetzt einen Weg dazu gefunden.“

Streit über Rede bei Gala

Beim diesjährigen Festival hatte es mehrfach Debatten über den Umgang mit dem Nahostkonflikt gegeben. Bei der Abschlussgala hatte der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der Bundesregierung vorgeworfen, Partner „des Völkermords im Gazastreifen“ zu sein. Israel bestreitet den Völkermord-Vorwurf ebenso wie die Bundesregierung. Weimer und andere verurteilten die Äußerungen des Regisseurs. 

Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hat bislang nicht abschließend entschieden, ob im Gazastreifen ein Genozid begangen wurde. Das Gericht der Vereinten Nationen stellte aber im Januar 2024 eine Gefahr von Völkermord fest. Zwar verpflichtete der IGH Israel nicht zum Ende des Militäreinsatzes, doch forderte er mehrfach von Israel, mehr Schutzmaßnahmen für Palästinenser zu ergreifen, um einen Völkermord zu verhindern.

Auch Berlinale spricht von Empfehlungen – „keine Bedingungen“

Tagelang wurde über eine Ablösung oder einen Rückzug Tuttles spekuliert, bis sich die US-Amerikanerin öffentlich festlegte: Sie wolle weitermachen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie hat einen Vertrag bis 2029. Tuttle pochte allerdings auch auf „Unabhängigkeit in der Programmgestaltung und der institutionellen Leitung“.

„Wir teilen die Einschätzung, dass sich das Festival auf einem sehr guten Weg befindet und sich unter der Leitung von Tricia Tuttle weiterhin positiv entwickeln kann“, hieß es in einer Mitteilung der Berlinale. „Zudem haben wir Empfehlungen – keine Bedingungen oder Vorgaben – im Zusammenhang mit Tuttles weiterer Leitung erhalten. Die Verantwortung für deren Prüfung und mögliche Umsetzung liegt nun vollständig bei der Berlinale.“

Wer ist die Chefin der Berlinale?

Auf die Frage nach den Grenzen der Meinungsfreiheit auf der Bühne sagte Tuttle: „Wir leben in einer Welt, die zutiefst polarisiert und emotional aufgeladen ist. Aber wir handeln strikt innerhalb des geltenden gesetzlichen Rahmens.“

Tuttle ist seit mehr als 25 Jahren im Filmfestival-Geschäft. Sie leitete vor ihrem Wechsel nach Berlin unter anderem fünf Jahre das London Film Festival. Sie arbeitete laut Berlinale-Homepage in leitenden Positionen beim British Film Institute (BFI), der British Academy of Film and Television (BAFTA) und der National Film and Television School (NFTS).

Aus dem Süden der USA nach London

Tuttle stammt aus North Carolina im Süden der USA, wo sie den Angaben zufolge ihre Karriere als Gitarristin der Band „June“ begann. Sie studierte an der University of North Carolina und machte ihren Master in Film Studies am BFI und dem Birkbeck College der University of London. In den 90er Jahren zog Tuttle nach London. Mit ihrer Partnerin hat sie zwei Kinder.

Mit Informationen von dpa und epd

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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