Eine Frau tanzt in der Sonne von Dubai, danach zeigen Aufnahmen das Staatsoberhaupt Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum als Beschützer. Mütter berichten, dass sie mit ihren Kindern im fensterlosen Bad schlafen. Gleichzeitig betonen sie, sie fühlen sich absolut sicher im Land und vertrauen der Regierung. Was Influencer aus Dubai in den letzten Tagen auf Social Media gepostet haben, wirft bei ihren Followern Fragen auf – vor allem, weil viele sehr ähnlichen Content posten. Was steckt dahinter?
Dubai ist beliebt bei Influencern
Dubai wirbt seit Jahren um Influencer aus dem Ausland, Visa sind leicht zu bekommen. In den letzten Jahren zogen auch viele aus Deutschland in das arabische Emirat, zum Beispiel der Rapper Bushido mit seiner Familie oder die Ex-Topmodel-Kandidatin Fiona Erdmann.
In Dubai fällt keine Einkommensteuer an und das Luxusleben dort lässt sich wunderbar auf Instagram vermarkten. Davon profitiert auch das Emirat Dubai: Die Influencer verbreiten Dubais Image als moderne, luxuriöse und sichere Metropole an ihr westliches Publikum.
Doch die Sicherheitslage in der Region hat sich verändert. Nachdem die USA und Israel den Iran am Wochenende angegriffen haben, attackierte der Iran unter anderem auch Dubai. Drohnen trafen nicht nur die Umgebung der US-Botschaft, sondern auch ein Luxus-Hotel. Insgesamt sind drei Menschen in Dubai gestorben.
„Aren’t you scared?“: Dubai-Influencer posten gleiche Bilder
Kurz nach den Angriffen posteten Dubai-Influencer noch Bilder und Videos von Raketen oder Rauchsäulen – einige löschten sie aber wieder. Seitdem sind Instagram und Tiktok voll von Videos, die alle auffällig ähnlich aussehen: Sie beginnen mit eindrucksvollen Bildern aus Dubai und der Frage „You live in Dubai. Aren’t you scared?“, auf deutsch „Du lebst in Dubai. Hast du keine Angst?“.
Danach werden die immergleichen Bilder von Staatsoberhäuptern der Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Dubai gehört, gezeigt. Dazu wird als Antwort „No, because I know who protects us“, also „Nein, weil ich weiß wer uns beschützt“, eingeblendet. Untermalt werden die Videos mit einer Version des Lieds „Papaoutai“. Kann es sein, dass hinter diesen Videos eine staatliche Kampagne dahintersteckt, wie viele User vermuten?
Steckt eine Kampagne hinter dem Trend?
Auf Fragen dazu, ob die Bilder den Influencern vom Staat zur Verfügung gestellt wurden und zu den Videos aufgefordert wurden, antwortete die Pressestelle der Regierung von Dubai nicht.
Kulturwissenschaftlerin Dr. Sabrina Zahren hält eine orchestrierte Kampagne für unwahrscheinlich. Sie forscht an der Ludwig-Maximilians-Universität München unter anderem zu Influencerkultur auf der arabischen Halbinsel und vermutet eher, dass staatlich beauftragte Produktionsfirmen solche Inhalte produzieren, diese über den Algorithmus verbreitet und von Content Creators als Trend aufgegriffen werden.
Influencer posten beruhigende Beiträge
In anderen Beiträgen bekräftigen die ausgewanderten Influencer, dass sie sich in Dubai sehr sicher fühlen, Vertrauen in die Regierung haben und erwähnen immer wieder das Raketenabwehrsystem. Content-Creatorin Kim Gloss schreibt unter einen Post: „Wir vertrauen dem Land, wir vertrauen der Regierung – und vor allem dem Raketenabwehrsystem, das in den letzten 24 Stunden Enormes geleistet hat“.
Und Finanz-Influencerin Marija Bratucha postet ein ganzes Reel, in dem sie das Raketenabwehrsystem der Vereinigten Arabischen Emiraten lobt. Im Inhalt ähneln sich die Aussagen sehr, teilweise werden sogar die gleichen Worte gewählt.

