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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Glasfaser: Braucht das wirklich JEDER?
Netzwelt

Glasfaser: Braucht das wirklich JEDER?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 5. März 2026 14:48
Von Benjamin Lehmann
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4 min. Lesezeit
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85 Prozent. Knapp so hoch ist der Anteil der deutschen Haushalte, die auch 2026 keinen Glasfaser-Internet-Anschluss haben. Die große Mehrheit der Deutschen surft also auch heute noch mit der altbekannten DSL- und Kabeltechnologie. Das liegt teils sicher am zähen Glaserfaser-Ausbau – schließlich müssen die Kabel erst aufwändig verlegt werden – aber eben auch an der Glasfaser-Müdigkeit in Deutschland.

Inhaltsübersicht
Zukunft braucht BandbreiteWer sollte Nein zu Glasfaser sagen?Wer sollte Ja zu Glasfaser sagen?

Denn gut ein Fünftel der Haushalte, die heute DSL- oder Kabel-Internet nutzen, hätte theoretisch einen Glasfaseranschluss, aktiviert ihn aber nicht. Die Gründe für die lahmende Glasfaser-Ausbreitung in der Bevölkerung sind dabei zahlreich, wie Kommentare unter dem BR24-Artikel zur deutschen Glasfaser-Unlust zeigten: Von Kosten, Aufwand, Problemen beim Ausbau und Druck bei Vertragsabschlüssen ist die Rede, aber auch von viel Zufriedenheit mit dem aktuellen Nicht-Glasfaser-Internet.

Doch genau diese Internet-Genügsamkeit könnte vielen auf die Füße fallen, glauben Experten. Laut der Verbraucherzentrale sind nur Glasfaser-Anschlüsse zukunftsfähig. DSL über die Telefonleitung oder Kabel-Internet sind technologisch zu limitiert, um den höher werdenden Bedarf an Bandbreite zu stillen.

Zukunft braucht Bandbreite

Und dass dieser Bedarf höher wird, davon ist auszugehen: Immer mehr Geräte, wie etwa Kühlschränke, Waschmaschinen und Co. werden in Zukunft wohl eine Verbindung zum Netz haben. Die Anforderungen für Streaming, Apps und Websites steigen. Die Arbeitswelt von Selbstständigen und Home-Office-Arbeitern wird noch digitalisierter. KI-Services kommen hinzu.

Kurz gesagt: Viele, die jetzt darauf verzichten, sich einen Glasfaser-Anschluss in Haus oder Wohnung legen zu lassen, dürften in Zukunft das Nachsehen haben – und möglicherweise auch berufliche Nachteile spüren. Mindestens aber dürften finanzielle Ärgernisse drohen, das Nachrüsten eines Anschlusses teurer werden als der jetzige Anschluss, im Zuge des bundesweiten Glasfaser-Netzausbaus. Zudem wertet ein Glasfaser-Anschluss eine Immobilie auf.

Die Verbraucherzentrale NRW wird daher auf ihrer Website (externer Link) deutlich: „Wer die Möglichkeit hat, einen Glasfaseranschluss ins Haus legen zu lassen, sollte dies tun.“ Doch ist die Sache wirklich so klar? BR24 hat bei den Verbraucherschützern in Nordrhein-Westfalen nachgefragt.

Wer sollte Nein zu Glasfaser sagen?

Experte Burak Tergek schränkt dann doch etwas ein. In einigen, wenigen Konstellationen sei ein Glasfaser-Anschluss tatsächlich nicht lohnenswert. Da wären zum einen Menschen in besonderen Situationen: Wer einen baldigen Umzug plant oder noch einen DSL- oder Kabel-Internetvertrag mit Mindestvertragslaufzeit hat, sollte besser noch warten.

Zum anderen gebe es auch eine Nutzergruppe, die keinen Glasfaser-Anschluss braucht: Menschen mit einem äußerst geringen Nutzungsbedarf, die digitale Angebote gar nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzen. Wer wirklich nur gelegentlich E-Mails lese, brauche keine Glasfaser, so Tergek.

Wer sollte Ja zu Glasfaser sagen?

Wer jedoch jetzt und/oder in Zukunft vorhat, mehr oder weiger regelmäßig digitale Angebote zu nutzen, sei es privat oder beruflich, für den dürfte ein Glasfaser-Anschluss das richtige Mittel sein. Auch, wenn man dabei einiges beachten sollte: Etwa möglichst keine Verträge an der Haustür abzuschließen und sich Kabelanschlüsse unter Marketingbegriffen als Glasfaser verkaufen zu lassen.

Die Verbraucherzentralen haben hier einen ausführlichen Leitfaden zum Thema Glasfaseranschluss (externer Link) bereitgestellt.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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