Auf den Internetseiten beider Flughäfen (externer Link) werden Passagiere darauf hingewiesen, nur zu kommen, wenn sie ein bestätigtes Ticket besitzen und von ihrer Fluggesellschaft ausdrücklich dazu aufgefordert wurden. So hat beispielsweise die Lufthansa ihre Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi bis zum Sonntag, den 15. März, ausgesetzt. Tel Aviv wird bis zum 2. April nicht mehr angeflogen, Teheran bis zum 30. April. Je nachdem, wie sich der Konflikt fortsetzt, können sich die Flugstopps aber natürlich verlängern.
Wie wirkt sich die Entwicklung auf die Reisepreise in der Region aus?
Um die Drehkreuze in der Golfregion zu umgehen, will die Lufthansa „zahlreiche Extraflüge insbesondere nach Asien und Afrika anbieten“. So sind unter anderem vier Extraverbindungen von München nach Singapur geplant, sowie zwei Sonderflüge von Frankfurt nach Kapstadt. Die Austrian Airlines bieten mehrere zusätzliche Verbindungen von Wien nach Bangkok an.
Die stark gestiegene Nachfrage hat aber auch zur Folge, dass Fluggesellschaften ihre Ticketpreise zum Teil deutlich anheben. Das betrifft in erster Linie Verbindungen zwischen Europa und Asien, beziehungsweise Afrika.
Als Grund wird aber nicht die höhere Nachfrage genannt, sondern die stark gestiegenen Kerosinpreise. So teilte die Hong Kong Airlines auf ihrer Internetseite mit, die Treibstoffzuschläge ab Donnerstag um bis zu 35 Prozent anzuheben. Auch die australische Fluggesellschaft Qantas und Air New Zealand haben bereits angekündigt, die Flugpreise wegen des Nahostkonflikts anzuheben.
Teures Kerosin treibt die Kosten
Die Treibstoffpreise für Flugzeuge, die vor dem Konflikt bei etwa 85 bis 90 Dollar pro Barrel Kerosin lagen, seien in den letzten Tagen drastisch auf 150 bis 200 Dollar pro Barrel gestiegen, teilte die neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand mit. Zwar haben sich die Fluggesellschaften gegen sprunghafte Preisschwankungen an Terminmärkten abgesichert, doch wenn die Preise hoch bleiben oder gar noch steigen, werden sie kaum mehr ausweichen können.
Neben Personal ist Kerosin der größte Kostenblock bei Fluggesellschaften. Kerosin wird in Raffinerien aus Rohöl gewonnen. Wenn der Krieg also länger dauert und die Treibstoffpreise hoch bleiben, dann könnte das auch Auswirkungen auf Reiseziele haben, die vom Konflikt direkt gar nicht betroffen sind, wie zum Beispiel Mallorca. Möglicherweise werden auch hier aufgrund gestiegener Kerosinkosten die Ticketpreise erhöht.
Mögliche Folgen für Reisende
Urlauber müssen sich in den nächsten Wochen also nicht nur auf längere Reisezeiten und kurzfristige Änderungen einstellen, sondern unter Umständen müssen sie auch mehr bezahlen, selbst dann, wenn die Reise schon gebucht ist (externer Link).
Denn Fluggesellschaften dürfen gegebenenfalls nachträglich höhere Kerosinzuschläge verlangen. Ausschlaggebend sind hier die allgemeinen Beförderungsbestimmungen. Wenn dies dort erlaubt ist, kann die Fluglinie das auch einfordern.
Bei Pauschalreisen ist die Frage, ob es eine wirksame Preisanpassungsklausel gibt. Dann dürfen Veranstalter bis 20 Tage vor Abreise wegen höherer Kerosinkosten den Preis um bis zu acht Prozent anheben. Wenn der Veranstalter mehr als acht Prozent zusätzlich verlangt, kann der Reisende kostenlos vom Vertrag zurücktreten.

