Der fränkische Schriftsteller Tommie Goerz ist tot. Das teilte der Piper Verlag mit. Der 71-Jährige verstarb demnach nach schwerer Krankheit am 14. März in seiner Heimatstadt Erlangen.
Preisgekrönte Krimis aus seiner Heimat Franken
Tommie Goerz, mit bürgerlichem Namen Marius Kliesch, war vieles in seinem Leben: Langzeitstudent, Hüttenwirt, Almknecht, Kreativdirektor in der Werbebranche, Lehrbeauftragter, Schallplattenvertreter, Automatenwart. Als Schriftsteller war er einer, der seine Heimat an den Leser brachte. Mit seinen „Bierkrimis“ rund um den fränkischen Kommissar Friedemann „Friedo“ Behütuns machte er sich einen Namen.
Für seine Krimis „Meier“ und „Frenzel“ wurde er ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis und dem Crime-Cologne-Award für den besten deutschen Krimi. Es ist vor allem seine präzische, scharfe Sprache, die begeistert.
Durchbruch mit Roman „Im Schnee“
2023 folgte dann sein literarisches Debüt mit „Im Tal„, das in der fränkischen Schweiz spielt, auf das 2025 „Im Schnee“ folgte und ihn bundesweit bekannt machte. Für viele gilt sein zweiter Roman als großartige Literatur, durch die er zum Bestsellerautoren wurde. „Im Schnee“ spielt in einem erfundenen, oberfränkischen Dorf, von denen es so aber ganz viele gibt. Sie wirken tagsüber wie ausgestorben, weil die meisten zum Arbeiten wegfahren. Übrig bleiben nur die Alten, die weiter in ihrer ganz eigenen Welt leben, wie Tommie Goerz es in einem BR-Gespräch 2025 beschreibt: „Die leben ihre Welt zu Ende.“
Und so schafft Goerz ihnen in seinem letzten Werk ein Denkmal, blickt auf ein fast vergessenes Dorf und zeichnet die letzten Tage eines solchen Lebens nach, das heute schwer vorstellbar ist, wie den eigenen Hof aufzugeben und was anderes zu machen: „Ich glaube, dass die früher nicht so da war, die Freiheit im Denken.“
Dorfleben als „heile Welt“
Goerz ist selbst im Ländlichen aufgewachsen, zog mit zehn Jahren von Erlangen in ein Dorf. Seine Geschichten haben viel mit seinen eigenen Erinnerungen an früher zu tun. Das Dorfleben war für ihn ein Befreiungsschlag: „Da habe ich angefangen, von einem Tag auf den anderen Dialekt zu sprechen. Und hab mich damit gelöst vom Elternhaus, wo hochdeutsch gesprochen werden musste.“ Auf dem Land zu leben, das war für ihn das Äquivalent einer heilen Welt. Bis zum Schluss blieb Goerz seiner fränkischen Heimat treu.

