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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Kerosin an Bayerns Airports – teuer, aber keine Mangelware
Wirtschaft

Kerosin an Bayerns Airports – teuer, aber keine Mangelware

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 1. April 2026 10:47
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Es gibt bei Kerosin aktuell ein Preisproblem, aber keines mit der grundsätzlichen Versorgung. So heißt es beim Münchener Flughafen auf BR24-Anfrage. Man wisse derzeit nichts von möglichen Engpässen. Auch wenn der Einkauf des Flugbenzins eigentlich Sache der Airlines und der Mineralölkonzerne ist, haben die bayerischen Flughäfen einen guten Überblick über die Situation, da sie die Tank-Infrastruktur zur Verfügung stellen und zum Teil auch selbst betreiben.

Inhaltsübersicht
Bayerisches Kerosin für die Airports im FreistaatSorgen in Fernost und „Down Under“Hedging und Zuschläge: Wie reagieren die Airlines?

Bayerisches Kerosin für die Airports im Freistaat

Der überwiegende Teil des im Freistaat vertankten Kerosins stammt nach Angaben der Flughäfen aus regionalen Raffinerien, die wiederum kaum Öl aus der Golfregion beziehen. Der Münchener Flughafen zum Beispiel ist über eine Pipeline an die OMV-Raffinerie in Burghausen angebunden, bezieht aber auch Treibstoff aus dem Raffinerieverbund von Bayernoil in Vohburg und Neustadt an der Donau.

Dieser Sprit wird vor allem per Kesselwagen auf der Schiene angeliefert und kommt aus anderen Regionen der Welt. Die Flughäfen in Nürnberg und Memmingen wiederum beziehen ihr Kerosin ebenfalls überwiegend aus bayerischen Raffinerien, werden aber mangels Pipeline-Anbindung vor allem mit Tanklastern auf dem Straßenweg versorgt.

Sorgen in Fernost und „Down Under“

In anderen Weltregionen gibt es durchaus Sorgen, dass Kerosin knapp werden könnte. So stellen einige asiatische Länder sowie Australien und Ozeanien nur einen Teil ihres Bedarfs an Flugbenzin selbst her, der Rest wird importiert.

Gerade in Australien und Neuseeland gibt es deshalb Sorgen, dass der Sprit für den Luftverkehr knapp werden könnte. So bezieht Australien knapp 80 Prozent seines Kerosins aus dem Ausland. Zu den wichtigsten Lieferanten gehören Südkorea und China. Beide Länder haben inzwischen angekündigt, ihre Exportpolitik zu überdenken und möglicherweise die Ausfuhr von Flugbenzin zu reduzieren oder zweitweise sogar ganz einzustellen.

Das wiederum könnte in der Folge auch europäische Flugreisende treffen. Sie kämen zwar noch bis Australien oder Neuseeland. Die Rückreise könnte sich aber im Fall einer Kerosinknappheit schwierig gestalten.

Hedging und Zuschläge: Wie reagieren die Airlines?

Auch wenn es in Deutschland und anderen großen europäischen Ländern bisher keinen Mangel an Flugzeugtreibstoff gibt – die hohen Preise für Flugbenzin sind für die Luftfahrt dennoch eine Herausforderung. So notierte eine Tonne Kerosin zuletzt nach Angaben des internationalen Luftfahrtverbandes IATA (externer Link) je nach Weltregion bei 1.550 bis 1.650 Dollar. Der Preis hat sich damit binnen weniger Wochen ungefähr verdoppelt.

Viele Fluggesellschaften haben schon reagiert und ebenfalls ihre Ticketpreise angehoben. So hat zum Beispiel die Lufthansa ihren „internationalen Zuschlag“ spürbar erhöht. Wie hart die Preissprünge die einzelnen Airlines treffen hängt auch davon ab, ob sich die Firmen über sogenanntes Hedging abgesichert haben. So geben europäische Branchenriesen wie Lufthansa, Ryanair oder die ungarische Wizz Air an, sich für dieses Jahr 70 bis 85 Prozent ihres Treibstoffbedarfs langfristig zu relativ günstigen Preisen gesichert zu haben.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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