„AfD meint eigentlich Narrenfreiheit“
In diesem Jahr sorgte Kerkeling mit zwei politischen Auftritten für Aufsehen. Im April hielt er bei der Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Buchenwald eine Rede, in der er an seinen Großvater Hermann Anton Kerkeling erinnerte, der dort während der NS-Zeit mehrere Jahre als Widerstandskämpfer inhaftiert gewesen war. Am 30. September war der Künstler im Thüringer Landtag zu Gast, als es in einer öffentlichen Anhörung [externer Link] um ein mögliches AfD-Verbotsverfahren ging, das beim Bundesverfassungsgericht beantragt werden müsste.
Kerkeling warf der Partei eine Verharmlosung der „verbrecherischen Vergangenheit“ Deutschlands vor: „Alle wissen wir, die AfD ist verfassungswidrig, viele Menschen erleben das auch in ihrem alltäglichen Erleben, und der Staat ist scheinbar diesbezüglich handlungsunfähig.“
„Amt braucht keinen Quereinsteiger“
Die Reaktionen aus Politik, Medien und Showgeschäft auf die Online-Petition für Kerkeling sind naturgemäß kontrovers. Während Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek schon vor Wochen von einem „gut geeigneten Vorschlag“ gesprochen hatte, zeigte sich Schauspieler-Kollege Sky du Mont trotz Sympathien skeptisch [externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt]: „Bei aller Zuneigung für meinen geschätzten Kollegen: Aber er ist kein Politiker und sollte das auch nicht werden. Das Amt braucht jemanden mit politischer Erfahrung, nicht einen Quereinsteiger.“
Die Wiener „Presse“ erinnerte daran [externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt], dass Kerkeling sowohl als niederländische Königin Beatrix, als auch als Horst Schlämmer Furore machte: „In welchen Part soll er schlüpfen, um die Berliner Republik aufzumöbeln?“
Die „Augsburger Allgemeine“ [externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt] meinte in einem Pro & Contra wohlwollend: „Kein bloßer Gag, sondern eine ernsthafte Chance: jemand, der das Land verbinden kann.“
Grundsätzlich wäre eine Kandidatur von Hape Kerkeling möglich: Gesetzliche Voraussetzungen sind lediglich die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Mindestalter von 40 Jahren und die Wahlberechtigung für den Deutschen Bundestag.
Promis wählen traditionell mit
Gewählt wird der nächste Bundespräsident oder die erste Bundespräsidentin auf der Bundesversammlung, die am 30. Januar 2027 in Berlin zusammentritt. Sie besteht aus dem Deutschen Bundestag und eben so vielen Mitgliedern, die von den Landtagen entsendet werden, diesmal insgesamt 1.260 Personen, wobei CDU/CSU und SPD nach aktuellen Berechnungen [externer Link] eine deutliche Mehrheit haben werden.
Allerdings gehört es zur Tradition, dass die Parteien nicht nur Mandatsträger nach Berlin schicken, sondern auch ihnen nahestehende Prominente, weshalb das Wahlergebnis unkalkulierbarer ist als bei einer Besetzung ausschließlich mit Berufspolitikern.
Bei der Bundesversammlung 2022 nahmen Stars wie Roland Kaiser und „Wilsberg“-Titelheld Leonard Lansink für die SPD teil, für die Unionsparteien stimmten u.a. Verlegerin Friede Springer und Fußballtrainer Hansi Flick mit ab.

