Dominik (25) ist freiberuflicher Musiker. Unter seinem Alias Young 501 hat er bereits viele Songs veröffentlicht, manche davon wurden mittlerweile millionenfach gestreamt. Gerade ist er auf seiner ersten Tour. Für ihn ist ein Traum in Erfüllung gegangen – doch der Traum kommt mit viel Risiko.
Seine Haupteinnahmequelle ist das Streaming über die Plattform Spotify. Wenn hier seine Abrufe sinken, hat er fast keine Einnahmen. Um hier dauerhaft zu wachsen, muss er regelmäßig Songs veröffentlichen. Dominiks Taktik ist es, alle zwei Wochen ein Lied zu veröffentlichen, damit die monatlichen Streaming-Einnahmen stabil bleiben. Das größere Risiko ist aber seine Tour. Er hat sie komplett aus eigener Tasche finanziert. Wenn er die Konzerte nicht mit Zuschauern füllt, macht er Verlust.
Seine Tour gestaltet er selbst mit Hilfe von Freunden und Familie. Ohne Label oder Management muss er sich selbst um die Hallenbuchung kümmern, genauso wie um Tontechnik, Merch und alle weiteren organisatorischen Details.
Wie aus Dominik „Young 501“ wurde
Seit seinem siebten Lebensjahr beschäftigt sich Dominik mit Musik. „Ich habe schon früh gemerkt, dass ich Musiker sein will“, erzählt er. Nach seinem Abitur entwickelte sich Dominik jedoch in eine komplett andere Richtung: Aus ihm sollte ein Beamter werden.
Mit einem Diplom als Verwaltungswirt arbeitete er zwei Jahre lang im Öffentlichen Dienst, bevor er kündigte. „Ich bin hier gefangen, ich will hier raus“, waren Dominiks Gedanken, kurz bevor er sein neues Leben als Musiker anfing. Seit letztem Jahr ist er selbstständiger Künstler.
Streaming-Einnahmen: Fluch oder Segen?
Pro Stream (der laut Spotify erst gezählt wird, wenn das Lied mindestens 30 Sekunden lang gespielt wurde) bekommt Dominik laut eigenen Angaben 0,3 bis 0,4 Cent.
Das Digitalgeschäft ist rentabel: Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) beschrieb 2025 das sechste Wachstumsjahr in Folge. Doch konträr zum Boom der Branche selbst herrscht Unruhe in Künstlerkreisen. Neuerdings steht das Konzept der Streaming-Giganten erneut in der Kritik: KI-generierte Musik überflutet die Releases kleiner Musiker. Auf Deezer seien das ungefähr 44 Prozent der täglichen Uploads. Zuletzt kritisierte auch Musiker Herbert Grönemeyer im Podcast „Dudes“, in Solidarität mit kleineren Künstlern, das gesamte Erwerbssystem: Der Großteil der milliardenschweren Einnahmen komme nicht bei den Musikern an.

