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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Klinische Studien in Vollzeit – Lohnt sich das?
Wirtschaft

Klinische Studien in Vollzeit – Lohnt sich das?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 1. Juni 2026 12:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Isabelle (32) ist Studienassistentin in einer Uniklinik. Sie betreut Patienten im Krankenhaus, die an klinischen Studien teilnehmen: Sie plant Termine, nimmt Blut ab und überwacht die Therapie. Die korrekte Protokollierung ihrer Arbeit (und der ihres Teams) hat höchstes Gebot. Isabell setzt Kreuze und Haken und kommentiert jede Komplikation in der Patientenakte, nur so wird eine möglichst verlässliche Studie garantiert. „Das ist ein weltweiter Standard. Ansonsten kann man die Ergebnisse nicht vergleichen“, erklärt Isabelle.

Inhaltsübersicht
Als medizinische Fachangestellte in die ForschungKlinische Studien: ein Win-WinWer finanziert klinische Studien?Was verdient eine Study Nurse?

Isabelle arbeitet in der Onkologie, ihre Patienten haben Krebs- und Tumorerkrankungen. Für die meisten von ihnen bleibt bis auf die Studie keine weitere Therapiemöglichkeit mehr übrig: „Das kann natürlich Vorteile haben, als Patient an einer Studie teilzunehmen, weil man oft Medikamente bekommt, die noch nicht zugelassen sind. Das ist oft die letzte Möglichkeit für die Patienten, die schon austherapiert sind. Sie haben dadurch noch eine Chance“, sagt Isabelle.

Als medizinische Fachangestellte in die Forschung

Isabelle machte nach dem Fachabitur eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten und arbeitete zunächst in einer Hausarztpraxis. Später wechselte sie als Arzthelferin an die Uniklinik Frankfurt und leitete dort drei Ambulanzen. 2024 wechselte Isabelle an die Uniklinik Gießen und machte eine Weiterbildung zur Study Nurse. So wird der Beruf der Studienassistentin auch bezeichnet. Ab Juni wechselt sie sogar eine Berufsstufe höher: Isabel wird Study Coordinator. Mit dieser neuen Stelle kommt nicht nur größere Verantwortung, sondern auch mehr Gehalt.

Klinische Studien: ein Win-Win

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) (externer Link) bezeichnet klinische Studien als „Win-Win“ für Forscher und Erkrankte. Sie seien für den medizinischen Fortschritt unverzichtbar: „Sie verbinden Forschung und Patientenversorgung und eröffnen neue Perspektiven in der Behandlung von Krebs. Gleichzeitig bieten sie Krebserkrankten die Möglichkeit, Zugang zu neuen Therapien zu bekommen und einen Beitrag zu deren Entwicklung zu leisten“.

Doch nicht jeder der Patienten bekommt auch das Medikament. Als Placebo-Kontrolle, also für den Ausschluss einer Scheinwirkung, wird auch ein Scheinmedikament verabreicht. Die Studienteilnehmer wissen grundsätzlich Bescheid. Doch wer genau das Placebo bekommt, das wissen weder die Patienten, noch das medizinische Personal wie Isabelle oder der Studienarzt.

Wer finanziert klinische Studien?

Meistens finanzieren die Hersteller der getesteten Medikamente die Studien, sie sind auch die Auftraggeber. Doch auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder die Deutsche Forschungsgemeinschaft bezahlt manche Studien. Der größte private Förderer ist laut eigenen Angaben die deutsche Krebshilfe.

Was verdient eine Study Nurse?

Isabelle verdient in ihrer Stelle als Study Nurse 3.858 Euro brutto. Davon bleiben ihr nach Abzügen rund 2.500 Euro netto. Als Study Coordinator verdient Isabelle ab Juni 4.235 Euro brutto. Das Mediangehalt einer Study Nurse liegt laut dem Entgeltatlas der Agentur für Arbeit bei einem Brutto von 4.413 Euro, damit liegt Isabelle in der unteren Hälfte. Finanziell ist sie mit ihrem Beruf zufrieden. Und davon abgesehen? „Das ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man für die Patienten da ist“, erzählt Isabelle über ihren Beruf.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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