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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Tiermedizin studieren: Zwischen Traum und harter Realität
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Tiermedizin studieren: Zwischen Traum und harter Realität

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 28. Juni 2026 19:48
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Kurz vor der praktischen Prüfung ist die Stimmung angespannt. Jona studiert Tiermedizin im 5. Semester an der LMU München und versucht, die wichtigsten Fakten im Kopf zu sortieren: Temperaturwerte, Herzfrequenzen, Atemfrequenzen: „Ich bin schon sehr aufgeregt. Ich gehe gerade in meinem Kopf alle Sachen durch, die mir so einfallen, und hoffe einfach, dass alles gut wird“, sagt sie.

Inhaltsübersicht
OSCE-Prüfung Tiermedizin: Ablauf und AnforderungenTiermedizin OSCE: Fünf Stationen unter ZeitdruckSkills Lab Tiermedizin: Vorbereitung auf die OSCE-PrüfungTiermedizinstudium: Stress, Theorie und erste HürdenPhysikum Tiermedizin: Erste große PrüfungshürdeOSCE-Prüfung Tiermedizin: Am Ende zählt das Ergebnis

OSCE-Prüfung Tiermedizin: Ablauf und Anforderungen

Die sogenannte OSCE-Prüfung (Objective Structured Clinical Examination) am Ende des 5. Semesters ist eine praktische Prüfung, bei der Studierende an mehreren Stationen typische klinische Aufgaben unter Zeitdruck bearbeiten.

Sie gilt unter Studierenden als besonders anspruchsvoll und ist ein wichtiger Meilenstein im Tiermedizinstudium, das insgesamt elf Semester dauert – inklusive eines Prüfungssemesters. Hunderte verschiedene Tierarten lernt Jona im Verlauf ihres Studiums kennen, alle mit eigenen anatomischen Besonderheiten: „Es ist superviel Stoff, den man da lernen muss“, sagt sie.

Tiermedizin OSCE: Fünf Stationen unter Zeitdruck

Fünf Stationen warten in der Prüfung auf Jona: Pferd, Schwein, kleine und große Wiederkäuer, Vogel und Kleintier. An jeder Station hat sie zwei Minuten Zeit, um die Aufgaben zu lesen, dann drei Minuten, um zu antworten. Ohne Rückfragen an den Prüfer, ohne Hilfe.

Wer hängen bleibt, bleibt hängen. „Worst Case wäre, dass tatsächlich eine Frage drankommt, wo ich gar nichts zu sagen kann. Die Prüfer dürfen ja nicht mit mir reden, sodass dann drei Minuten Stille entstehen. Das wäre für mich sehr unangenehm“, sagt Jona. Wer die Prüfung nicht besteht, muss sie im nächsten Jahr wiederholen, zusätzlich zu den regulären Prüfungen. Lernstress pur!

Skills Lab Tiermedizin: Vorbereitung auf die OSCE-Prüfung

Im Skills Lab hat sich Jona gemeinsam mit Freundinnen auf genau diese Situation vorbereitet. Dort wird unter realistischen Bedingungen geübt, was in der Prüfung erwartet wird. Die Studierenden trainieren Abläufe an Modellen und jeder Handgriff wird kommentiert, genau wie später in der Bewertungssituation.

Nur wenn alles korrekt ausgeführt wird, setzt der Prüfer ein Häkchen auf seiner Liste. In einer Übung verabreicht Jona einer Modellkuh ein Medikament über die Vene. Es geht dabei nicht nur um die richtige Technik, sondern auch darum, ruhig zu bleiben, wenn jemand zuschaut, und zu üben, jeden Schritt zu erläutern.

Tiermedizinstudium: Stress, Theorie und erste Hürden

Gerade die ersten Semester des Tiermedizinstudiums gelten als besonders fordernd. „Am Anfang, gerade bis zum Physikum, ist das Studium einfach sehr theoretisch. Das praxisnahste sind die Präparierkurse mit toten Tieren – auch nicht superpraxisnah“, sagt Jona und lacht kurz. „Vielleicht ist das Tiermedizinstudium am Anfang nicht das, was man sich vorgestellt hat.“ Dazu kommen vor allem im 3. und 4. Semester regelmäßige Tests in Anatomie oder Biochemie, oft im Wochenrhythmus. Für viele wird das zu einer dauerhaften Belastung. „Das ist emotional super stressig“, sagt Jona.

Dazu kommt, dass man keine praxisnahen Erfahrungen hat, was man später im Beruf tatsächlich damit macht. Deswegen gehören auch Zweifel, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist, zum Studium dazu. „Aber das ist ganz normal. Es wird besser“, lächelt Jona.

Physikum Tiermedizin: Erste große Prüfungshürde

Ein weiterer wichtiger Abschnitt im Tiermedizinstudium ist das Physikum nach dem 4. Semester. Für Jona war weniger die Lernmenge das größte Problem, sondern vor allem die Prüfungssituation selbst. „Wozu man aber auch sagen muss, es war am Ende nie so schlimm, wie ich dachte“, erinnert sie sich. Was Jona im Studium akzeptiert hat: „Ich musste lernen, dass Durchfallen absolut normal ist und nicht schlimm. Es wird einem passieren, da kommt man eigentlich gar nicht drum rum.“

OSCE-Prüfung Tiermedizin: Am Ende zählt das Ergebnis

In Jonas OSCE-Prüfung läuft auch nicht alles perfekt. „Aber die Prüfungssituation an sich war echt in Ordnung. (…) Zwei Stationen, da war ich gar nicht gut. In drei Stationen würde ich aber sagen, habe ich schon sehr vieles gewusst“, so ihr Fazit.

Nach zwei Wochen Warten kommt das Ergebnis: bestanden. Die Erleichterung ist groß – nicht, weil alles perfekt lief, sondern weil es geschafft ist.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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