Die Bücher der irischen Bestsellerautorin Sally Rooney („Gespräche mit Freunden“, „Normale Menschen“) werden in Großbritannien aus dem Verkauf genommen. Grund ist die Unterstützung Rooneys für die Gruppe „Palestine Action“, die von der britischen Regierung als Terrororganisation eingestuft und verboten wurde. Das teilte der Verlag Faber am Mittwoch mit.
Tantiemen können nicht mehr an Rooney ausgezahlt werden
Das Verbot von „Palestine Action“ habe zu einer Situation geführt, in der Faber die Einnahmen aus den Verkäufen nicht mehr an die 35-jährige Rooney auszahlen könne, hieß es in der Erklärung weiter. „Die Werke eines Autors zu verkaufen, ohne die Einnahmen weiterleiten zu können, ist für einen Verlag eine untragbare Situation. Daher haben wir – in vollständigem Einvernehmen mit Sally – beschlossen, ihre Werke im Vereinigten Königreich in keinem Format mehr anzubieten.“
Rooney erklärte, diese Entscheidung sei mit ihrem vollen Einverständnis getroffen worden. „Ich habe mich stets bemüht, gegenüber der Öffentlichkeit ehrlich mit meinen Überzeugungen und Absichten umzugehen, und ich bin voll und ganz bereit, die Konsequenzen zu tragen“, sagte sie in einer Stellungnahme.
Letztes Jahr macht Rooney ihre Unterstützung für „Palestine Action“ bekannt
Im August 2025 hatte Rooney in der „Irish Times“ bekannt, dass sie „Palestine Action“ unterstütze. „Wenn mich das nach britischem Recht zu einer „Terrorunterstützerin“ macht, dann sei es so.“ Damals erklärte sie außerdem, sie werde die Einnahmen aus ihren Romanen und Fernsehhonoraren nutzen, um die Gruppe weiterhin finanziell zu unterstützen.
Die britische Labour-Regierung hatte „Palestine Action“ verboten, nachdem Aktivisten der Gruppe im Juni 2025 in einen Stützpunkt der britischen Luftwaffe eingedrungen waren, um gegen die britische Unterstützung der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen zu protestieren. Seit dem Verbot sind die Mitgliedschaft in der Gruppe und deren Unterstützung strafbar und können mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet werden.
Bürgerrechtler kritisieren hartes Vorgehen gegen „Palestine Action“
Mehr als 3.000 Menschen wurden seitdem festgenommen, unter anderem weil sie Schilder mit der Aufschrift „Ich unterstütze Palestine Action“ mit sich führten. Gegen mehr als 1.200 Personen wurde Anklage auf der Grundlage des Anti-Terror-Gesetzes erhoben, doch bislang gab es keine Verurteilungen. Bürgerrechtler kritisieren, dass das Verbot und die anschließenden Festnahmen die Rechte auf Protest und freie Meinungsäußerung ungerechtfertigt einschränken.

