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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Valentin-Karlstadt-Musäum in München vor der Wiedereröffnung
Kultur

Valentin-Karlstadt-Musäum in München vor der Wiedereröffnung

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 9. Juli 2026 13:46
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Karl Valentin und Liesl Karlstadt kommen wieder nach Hause! Denn: Das nach dem berühmten Volkskomiker-Paar benannte Valentin-Karlstadt-Musäum im Münchner Isartor steht vor der Wiedereröffnung. Knapp zwei Jahre war es geschlossen und wurde „brandschutztechnisch ertüchtigt“, wie es im Fachjargon heißt. Auch die Heizung wurde saniert. Das Team um Museumsdirektorin Sabine Rinberger nutzte die Zeit des Umbaus aber auch, um das Ausstellungskonzept zu überarbeiten.

Inhaltsübersicht
Mehr Platz für Liesl KarlstadtBrandsicher, aber nicht behindertengerecht

„Aufgehübscht“ oder auch „aufgefrischt“ sind die Adjektive, die Rinberger immer wieder benutzt, wenn sie durch die Ausstellungsräume führt, die eher ein Update als einen kompletten Relaunch erfahren haben. Der erste Stock des Südturms vom Münchner Isartor, ist nach wie vor der Biografie und Künstlerkarriere Karl Valentins gewidmet. Neu sind hier vor allem einige bemerkenswerte Exponate.

Mehr Platz für Liesl Karlstadt

Ein Holzpferd zum Beispiel, das Valentin selbst gezimmert hat. Oder das berühmte, zu kleine dreirädrige Fahrradl, mit dem er „durch Nacht und Nebel“ strampelte. Leihgaben, auf zehn Jahre zunächst, der Uni Köln, die den Valentin-Nachlass besitzt. „Valentin war ja ein großer, schlaksiger Mensch und passt weder auf dieses Rad noch in irgendeinen Rahmen. Und das ist symbolisch für Valentins Leben und seine Kunst: Er sprengt jeden Rahmen“, sagt Direktorin Rinberger.

Dasselbe gilt mindestens ebenso sehr für Liesl Karlstadt. Ihrem Anteil am fälschlicherweise oft Valentin allein zugeschriebenen Werk wurde bei der Neugestaltung noch mehr Platz eingeräumt – ihrer Rolle als Co-Autorin, als (wie sie selbst es nannte) Nervenärztin, die ihren neurotischen Partner immer wieder beruhigen musste, und auch ihrer Wandelbarkeit, dank der sie als Ratschkathl ebenso brillierte wie in Hosenrollen.

Nur ein Beispiel: Bei den Ausschnitten aus den Filmen, die Valentin und Karlstadt gedreht haben, wurde für die Ausstellung bewusst eine Szene gewählt, in der Karlstadt – durchaus ungewöhnlich für ihre Zeit – Motorrad fährt. Dabei ist dieses Aufwertung, wie Direktorin Rinberger, betont, weniger einem feministischen Ansatz geschuldet, „sondern es soll einfach dem Künstler-Duo gerecht werden, das so auf jedem Plakat stand“.

Brandsicher, aber nicht behindertengerecht

Wenn also heute im Museumsinnenhof zum Fest am Vorabend der Wiedereröffnung (10. Juli) unter anderem die Münchner Hochzeitskapelle aufspielt, dann gilt es ein Haus zu feiern, das in der nunmehr „aufgefrischten“ Version dem eigenen Namen als „Valentin-Karlstadt“-Musäum noch besser gerecht wird als zuvor. Viel Grund zur Freude also.

Nur ein Wehrmutstropfen bleibt: Sabine Rinberger hätte das Museum gerne nicht nur brandsicher, sondern auch behindertengerecht umbauen lassen. Pläne für den Anbau eines Aufzugs lagen vor, aber: Der Denkmalschutz stellte sich quer. „Dieses Isartor, hier hat sich immer entschieden, wer in die Stadt rein darf und wer nicht. Wer draußen bleiben muss und wer rein darf. Und ich finde, es hätte der Stadt München sehr gut getan, das zu einem Symbol für eine demokratische Stadtgesellschaft mit einer Teilhabe für alle zu machen.“

Schade drum, Chance vertan. Oder, um es frei nach Valentin zu formulieren: Mögen täten sie schon wollen, aber dürfen haben sie sich – aus Denkmalschutzgründen – nicht getraut.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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