Wärmepumpen werden in der Regel genutzt, um Gebäude zu beheizen. In vielen Haushalten sind inzwischen Luft-Wasser-Wärmepumpen installiert. Sie entziehen der Außenluft Wärme und speisen diese über ein wasserbasiertes Verteilsystem in die Heizflächen im Haus ein. Einige dieser Geräte sind zusätzlich in der Lage zu kühlen. Voraussetzung ist jedoch, dass die entsprechende Haustechnik vorhanden ist, erklärt Marek Miara vom gemeinnützigen Unternehmen Heat Pumps Watch mit Sitz in Freiburg im Breisgau.
Passives und aktives Kühlen
Prinzipiell unterscheidet man zwischen aktivem und passivem Kühlen, erläutert Miara, der seit vielen Jahren an Wärmepumpen forscht. Von aktivem Kühlen spricht man, wenn die Wärmepumpe arbeitet, also zum Beispiel die Temperatur der Fußbodenheizung aktiv senkt und die Wärme nach draußen transportiert. Beim passiven Kühlen wird die natürliche niedrigere Temperatur des Erdreichs oder des Grundwassers genutzt. Eine Umwälzpumpe bringt die Kühle lediglich von draußen ins Wohnzimmer.
Kühlen mit Kühldecken
Für eine passive Kühlung hat sich der Meerrettich-Hersteller Schamel mit Sitz im mittelfränkischen Baiersdorf entschieden. Das rund dreißig Jahre alte Bürogebäude wurde kürzlich saniert und eine Sole-Wasser-Wärmepumpe eingebaut. Sie nutzt die Wärme beziehungsweise Kälte aus dem Erdreich in rund 200 Metern Tiefe, um die über 600 Quadratmeter Arbeitsfläche im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen. Heiz- beziehungsweise Kühlelemente, die an der Decke angebracht sind, regulieren die Temperatur in den Räumen. So lag Ende Juni, als es draußen rund 40 Grad heiß war, die Temperatur im Gebäude bei angenehmen 22 Grad, sagt Volker Eckert, technischer Leiter der Firma. Die Gesamtkosten der Installation betrugen rund 300.000 Euro.
Zusatzkomponenten wichtig
Solche Kühldecken, die an der Decke angebracht sind, seien eine wichtige Voraussetzung für das Kühlen mit einer Wärmepumpe, sagt Wärmepumpen-Experte Marek Miara. Allein mit klassischen Heizkörpern (Radiatoren) ist es nicht möglich, Räume gut zu kühlen. Mindestens eine Fußbodenheizung, durch die auch kühleres Wasser fließen kann, sei notwendig. Die Temperaturen dürfen aber nicht zu niedrig sein, sonst besteht die Gefahr von Kondensation an den Leitungen, also Feuchtigkeit. „Das will keiner unter dem Fußboden haben“, sagt Miara. Ideal ist es, wenn es sowohl eine Fußbodenheizung als auch Kühlelemente an den Decken beziehungsweise Wänden gibt. Denn Wärme steigt nach oben und Kälte fällt nach unten.
Aktives Kühlen mit Luft-Wasser-Wärmepumpen
Insgesamt sei das passive Kühlen die sparsamere Art, um mit einer Wärmepumpe zu kühlen. Doch bei Luft-Wasser-basierten Systemen, die viele Hausbesitzer eingebaut haben, ist nur das aktive Kühlen möglich. Das bedeutet, die Wärmepumpe benötigt Energie, um die Temperaturen zu senken. Wer jedoch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, kann den selbst erzeugten Strom in den Sommermonaten für die Kühlung verwenden.
Installationskosten entscheidend
Was ist nun die beste Lösung, um ein Haus zu kühlen? Das müsse man von Fall zu Fall entscheiden, so Marek Miara. Wer neu plant, für den könne das Kühlen mit einer Wärmepumpe eine gute Option sein. Geht es darum, dass Dachgeschoss schnell und effektiv zu kühlen, sei die Installation einer klassischen Klimaanalage kostengünstiger und schneller möglich.
In jedem Fall sollten die Möglichkeiten zuvor mit einer Fachfrau oder einem Fachmann besprochen werden. Wer eine ältere Wärmepumpe hat, für den lohne sich der Umstieg häufig nicht. Ein Hinweis ist dem Experten für Wärmepumpen wichtig: Klimaanlagen sind in der Regel auch nichts anderes als Wärmepumpen, die die Luft mittels Kältemittel herunterkühlen.

