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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Milliarden-Finanzierungsrunde: Run auf bayerisches KI-Start-up
Wirtschaft

Milliarden-Finanzierungsrunde: Run auf bayerisches KI-Start-up

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 13. Juli 2026 14:47
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Es ist eine geradezu rekordverdächtige Nachricht, die der Münchner Drohnen- und Softwarehersteller Helsing zu Wochenbeginn vermelden darf: In einer neuen Finanzierungsrunde konnten 1,8 Milliarden Dollar frisches Kapital beschafft werden. Die Bewertung des Unternehmens mit seinen über 1.000 Mitarbeitern ist nach Helsing-Angaben nunmehr auf 18 Milliarden Dollar gestiegen.

Inhaltsübersicht
Viele ausländische Investoren – aber Mehrheit soll in europäischer Hand bleibenNachfrage nach Helsing höher als das AngebotHelsing: Bekannt für KI-Technologie für KampfdrohnenFrisches Kapital soll in neue KI-Plattformen fließenRüstungsboom an der Börse eingebrochen

Viele ausländische Investoren – aber Mehrheit soll in europäischer Hand bleiben

Dabei handelt es sich um eine der bislang größten Finanzierungsrunden für europäische Start-ups überhaupt. An der jüngsten, fünften Runde für das 2021 gegründete Unternehmen beteiligten sich federführend die US-Risikokapital-Investoren Dragoneer Investment Group und Lightspeed Venture Partners, wie Helsing am Montag mitteilte.

Daneben hätten neue und bestehende Investoren wie Disruptive, Iconiq und der kanadische Pensionsfonds CPP Investments neues Geld gegeben. Zu den Investoren zählen auch zwei Größen der US-Finanzwelt: JP Morgan Chase und die zur gleichnamigen Investmentbank gehörende Kapitalanlagegesellschaft Goldman Sachs Alternatives. Die Mehrheit am Unternehmen bleibe aber in europäischem Besitz, betonte Helsing.

Nachfrage nach Helsing höher als das Angebot

Die Finanzierungsrunde wurde offenbar noch aufgestockt: Im Mai war in der „Financial Times“ noch von 1,2 Milliarden Dollar die Rede. Noch immer habe die Nachfrage das verfügbare Volumen deutlich übertroffen, erklärte Helsing. Demzufolge hätte das Unternehmen noch mehr Geld einwerben können. „Das unterstreicht das hohe und wachsende Vertrauen in KI-gestützte und softwarebasierte Verteidigungstechnologie.“

Bei der vorherigen Finanzierungsrunde war Helsing mit zwölf Milliarden Dollar bewertet worden. Insgesamt hat das Start-up seit seiner Gründung mehr als drei Milliarden Dollar eingesammelt. Erst vor knapp zwei Wochen hatte auch bereits Quantum Systems – ein weiteres bayerisches Jungunternehmen – eine Finanzierungsrunde über eine Milliarde Dollar abgeschlossen.

Helsing: Bekannt für KI-Technologie für Kampfdrohnen

Helsing zählt sich nicht länger zu den Start-ups, sondern zu den sogenannten „Neo Primes“ – das sind softwarezentrierte Jungunternehmen, die den großen etablierten Rüstungsfirmen Konkurrenz machen. Technologischer Schwerpunkt bei Helsing sind bislang nicht die Drohnen, sondern die KI-gestützte Software, die die unbemannten Flugzeuge steuert.

Damit beliefert das Unternehmen unter anderem bereits seit 2022 die ukrainischen Streitkräfte. Die zweite Generation der Drohnen will Helsing selbst produzieren.

Frisches Kapital soll in neue KI-Plattformen fließen

Zudem ist ein unbemanntes Kampfflugzeug in der Entwicklung, das in vier Jahren serienreif sein soll. Dafür hat der Münchner KI-Spezialist im vergangenen Jahr extra den schwäbischen Leichtflugzeugbauer Grob Aircraft gekauft, um nicht nur Software und Künstliche Intelligenz (KI) für die Rüstungsindustrie liefern, sondern auch eigene Flugzeuge bauen zu können. Seit vergangenem Jahr produziert Helsing auch Unterwasser-Aufklärungsdrohnen.

Die neuen Investorengelder sollen vor allem in den KI-Bereich fließen. „Mit der Series-E-Finanzierung beschleunigt Helsing seine Mission, vollständig neue KI-Plattformen zu entwickeln und in die Verteidigungsfähigkeiten einer wachsenden Zahl von Partnerländern zu integrieren“, hieß es in der Mitteilung.

Rüstungsboom an der Börse eingebrochen

An der Börse ist der zeitweilige Boom von Rüstungsaktien in diesem Jahr derweil offensichtlich zu Ende gegangen. So hat sich der Rheinmetall-Kurs seit Januar halbiert, steht allerdings immer noch um ein Vielfaches höher als vor fünf Jahren. Der französisch-deutsche Panzer- und Geschützhersteller KNDS hatte seinen geplanten Börsengang kürzlich verschoben.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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